20. Januar 2026
Blick in die Zeitungen von morgen

Die Zeitungen kommentieren zwei Themen: Die neuen Drohungen von US-Präsident Trump mit höheren Zöllen gegen mehrere europäische Länder und die Kontroverse um telefonische Krankschreibungen in Deutschland.

Donald Trump steht vor Mikrofonen am Weißen Haus, im Hintergrund sind die Baukräne für den Umbau seines geplanten Ballsaales zu sehen.
Donald Trump baut die USA um, vom Justizapparat bis zum Ballsaal am Weißen Haus (imago / UPI Photo / Shawn Thew)
Die BADISCHE ZEITUNG aus Freiburg befasst sich mit dem Konflikt zwischen der US-Regierung und der EU:
"Tatsächlich ist auch Trump verwundbar, wenn er einen Handelskonflikt mit der EU lostritt, der die US-Wirtschaft und die Kapitalmärkte mit in den Abgrund zieht. Doch noch verwundbarer ist Europa, das sich nun gegen Imperialisten im Osten und Westen wehren muss. Davos kommt zur Unzeit. Jeder öffentliche Schlagabtausch führt nur in die Eskalation. Falls es noch besonnene Kräfte in Washington gibt, die nicht wollen, dass alles aus dem Ruder läuft, sollten die stillen Drähte jetzt heiß laufen."
Das HANDELSBLATT gibt zu bedenken:
"Wo ist die größte wirtschaftliche Schwachstelle der USA? Die Antwort ist zentral für die Reaktion der EU auf die unverschämten Zolldrohungen aus Washington. Inzwischen verfügt die Welt über einen gewissen Erfahrungsschatz zu diesem Thema, und der zeigt, dass Turbulenzen an den Kapitalmärkten Trump zum Einlenken zwingen können."
Die SÜDWEST PRESSE aus Ulm notiert:
"Donald Trump wird morgen in Davos eine Rede halten, mit der er gleich mehrere Pfeiler der internationalen Ordnung einreißen könnte. Schon der Streit um Grönland offenbart, wie nah wir vor einer neuen Weltordnung stehen. Politik ohne Rücksicht, eine schlagkräftige Wirtschaft, deren Basis durch das Einsammeln von Ölquellen in aller Welt und das Einschüchtern von Handelspartnern gestärkt wird – und dahinter die mächtigste Armee der Welt: Das ist das Dreier-Rezept, mit dem die USA sich im Ringen um die Vorherrschaft gegen China rüsten. Angesichts dessen befindet sich Europa in einer Schockstarre."
Themenwechsel. Die SAARBRÜCKER ZEITUNG hält die von Bundeskanzler Merz angestoßene Debatte über ein Ende der telefonischen Krankschreibungen für falsch und argumentiert:
"Die Merz-Regierung muss beim zu geringen Produktivitätszuwachs und den steigenden Lohnnebenkosten ansetzen, nicht bei Krankschreibungen. Schwarz-Rot sollte den Ausgabenanstieg der Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung eindämmen – an Leistungskürzungen führt kein Weg vorbei. Ob Union und SPD bei alledem zum Konsens in der Lage sind, ist fraglich. Da ist es für Kanzler Merz allemal leichter, die Diskussion über die telefonische Krankschreibung zu forcieren."
Die MÄRKISCHE ODERZEITUNG unterstreicht
"Die allermeisten Arbeitnehmer sind fleißig und leistungsbereit und sie sind froh, wenn sie sich nicht in überfüllte Wartezimmer setzen müssen, um ihre Krankschreibung zu erhalten. Es scheint jedenfalls nicht sinnvoll, der Mehrheit einen vernünftigen Weg zu verwehren, um es einer Minderheit zu erschweren, das System für sich auszunutzen."