
"Was den Fall des erschossenen 37-Jährigen so verstörend macht, ist nicht nur die Brutalität der US-Behörden",
kommentiert DIE ZEIT:
"Es ist die Tatsache, dass die Trump-Regierung einen offensichtlichen Sachverhalt leugnet und unabhängige Ermittlungen ablehnt. Der Rechtsstaat wird zum Unrechtsstaat. Gibt es ab einem gewissen Punkt ein Recht, sogar eine Pflicht zum Widerstand? Droht am Ende gar ein Bürgerkrieg?"
fragt DIE ZEIT.
Auch die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG fürchtet eine Eskalation:
"Trump wirft dem Gouverneur von Minnesota und dem Bürgermeister von Minneapolis Aufwiegelung vor. Der Präsident klingt so, als suche er nur einen Vorwand, den 'Insurrection Act' anzuwenden, um das Militär in den von den Demokraten dominierten Bundesstaat zu entsenden."
Die FREIE PRESSE aus Chemnitz meint:
"Trumps Einwanderungspolizisten agieren nicht wie Beamte in einem Rechtsstaat, sondern wie paramilitärische Einheiten. In anderen Ländern spräche man von Milizen oder Todesschwadronen. Zu anderen Zeiten hießen sie 'Braunhemden'."
Die FRANKFURTER RUNDSCHAU vermutet, dass die Tötung des Mannes in Minneapolis ein Wendepunkt sein könnte:
"Der Fall hat das Zeug, die Stimmung in den USA vollends gegen Trumps Migrationspolitik kippen zu lassen."
Auch die RHEINPFALZ befasst sich mit Trump, jedoch mit dessen abschätzigen Worten über Soldaten von NATO-Partnern im damaligen Afghanistan-Einsatz:
"Das Verhalten des US-Präsidenten ist an Schäbigkeit kaum noch zu überbieten",
urteilt das Blatt aus Ludwigshafen.
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG blickt auf die Gründung von Trumps sogenanntem "Friedensrat":
"Wenn einem nicht zum Weinen zumute gewesen wäre, man hätte laut losprusten mögen, als Amerikas Präsident am vergangenen Donnerstag seinen 'Board of Peace' vorstellte, den neuen globalen 'Friedensrat' von seinen Gnaden."
Die LAUSITZER RUNDSCHAU aus Cottbus zweifelt inzwischen an der Zurechnungsfähigkeit des Präsidenten:
"Trump ist ein US-Präsident, bei dem kognitiver Verfall, Gier und grenzenloser Narzissmus längst das Ruder übernommen haben."
Zum Abschluss noch ein Kommentar der MÄRKISCHEN ODERZEITUNG zum Vorstoß des Wirtschaftsflügels der Union, das Recht auf Teilzeit-Arbeit einzuschränken:
"Es ist erstaunlich, dass die CDU-Wirtschaftspolitiker beim Thema Teilzeit wie die Vertreter einer Verbotspartei auftreten – ein Vorwurf, den sie sonst gern den Grünen machen. Wer Eltern mehr Stunden im Job ermöglichen will, muss die Kinderbetreuung verbessern. Im Wahlkampf hat die Union zudem versprochen, Steuern und Sozialbeiträge zu senken. Das würde Anreize setzen",
so die Zeitung aus Frankfurt/Oder.
