03. Februar 2026
Blick in die Zeitungen von morgen

In den Kommentaren geht es unter anderem um die neuesten Zahlen zur Armutsgefährdung in Deutschland.

    Gerhard Hillebrand im Porträt, er lächelt.
    Der Präsident des ADAC, Gerhard Hillebrand, hat sein Amt niedergelegt. (Thomas Frey / dpa / Thomas Frey)
    Die FRANKFURTER RUNDSCHAU schreibt dazu:
    "Nimmt man noch jene Menschen dazu, die von sozialer Ausgrenzung bedroht sind, steigt die Zahl auf rund 17,6 Millionen. Menschen, die sich mit dem Thema auskennen, überraschen diese Zahlen längst nicht mehr. Deutschland, ein durchaus reiches Land, hat ein Armutsproblem. Doch jene, die davon nicht betroffen sind und auch noch politische Verantwortung tragen, versagen bei der Suche nach Lösungen."
    Für die KÖLNISCHE RUNDSCHAU wird "andersherum ein Schuh draus":
    "Erwerbstätigkeit ist nach den Daten des Bundesamts der beste Schutz vor Armutsgefährdung. Dagegen sind fast zwei Drittel aller Arbeitslosen armutsgefährdet. Wer also meint, Bürgergeldempfängern damit einen Gefallen zu tun, dass möglichst wenig Druck zur Jobaufnahme ausgeübt wird, der irrt. Und am Ende schlagen die Folgen langer Arbeitslosigkeit noch im Rentenalter durch."
    Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG konstatiert:
    "Auffällig ist, wie gering das öffentliche Interesse an dieser Entwicklung geworden ist. Deutschland hat verlernt, über Armut zu sprechen, ohne moralisch zu urteilen. Wer wenig hat, gilt schnell als selbst schuld, als jemand, der es 'nicht geschafft hat' – oder es sich in der sozialen Hängematte bequem machen will."
    Bei ND DER TAG geht es um den Rücktritt des ADAC-Verkehrspräsidenten:
    "Wenn es ums Autofahren geht, hört in Deutschland der Spaß auf. Das hätte Gerhard Hillebrand als Verkehrspräsident des ADAC eigentlich wissen müssen. Dennoch forderte er etwas, das viele als unerhört empfanden – und brachte damit die Autolobby gegen sich auf: höhere CO2- Bepreisung und damit steigende Spritpreise, um Anreize für den Umstieg auf Elektroautos zu setzen. Eigentlich eine verantwortungsbewusste Position."
    Die SÜDWESTPRESSE aus Ulm unterstreicht:
    "Um es klar zu sagen: Hillebrand hat nur etwas Offensichtliches ausgesprochen. Dass er dafür zurücktreten muss, ist falsch. Denn Deutschland muss CO2 einsparen, daran ist die Bundesregierung durch internationale Abkommen und Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts gebunden."
    Der KÖLNER STADT-ANZEIGER ist über die Absetzung Hillebrands entsetzt:
    "Der Mann sollte nicht weichen. Er sollte an die Spitze des als Klub getarnten Unternehmens aufrücken. Falsch ist, wenn jemand aus der ADAC-Führung den Hut nimmt, weil seine Äußerungen den Klub 'Glaubwürdigkeit' gekostet hätten. Glaubwürdigkeit entsteht durch Wahrhaftigkeit. Würden das über 22 Millionen ADAC-Mitglieder genauso sehen, wäre es klimaschutzpolitisch ein echter Durchbruch."