
Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG ist der Ansicht, die Parteiendemokratie im Erfurter Landtag habe "einen Stresstest gemeistert":
"Und zwar so souverän, dass die Deutschen darüber glatt zu Optimisten werden könnten. Den Regierungschef Mario Voigt beschädigen, nur weil irgendeine Detailkritik an den Fußnoten seiner Doktorarbeit im Raum steht? In diese Falle tappten weder Voigts eigene Leute noch seine Koalitionspartner."
Die FREIE PRESSE aus Chemnitz glaubt mit Blick auf den AfD-Fraktionschef:
"Höcke wusste, dass er die Abstimmung verlieren würde. Warum hat er sie dann überhaupt angesetzt? In Wahrheit ging es dem Rechtsextremisten um etwas viel Schnöderes: Aufmerksamkeit, medial und in der eigenen Blase."
Die STUTTGARTER ZEITUNG fragt:
"Was berechtigt einen Mann wie Höcke, rechtskräftig verurteilt wegen volksverhetzenden Geredes, der Landesregierung einen Mangel an staatspolitischer Verantwortung anzulasten? Sein ganzes Treiben zeugt davon, dass er mit Verantwortung nichts im Sinn hat."
Die AUGSBURGER ALLGEMEINE analysiert:
"Bislang hatten die Rechten weitgehend ohne eigenes Zutun vom Stillstand profitiert. Doch inzwischen scheinen sie ihr Wählerpotenzial ausgeschöpft zu haben. Stattdessen spielt die AfD Spielchen und versucht, andere vorzuführen."
Thema in der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG ist der tödliche Angriff auf einen Zugbegleiter in einem Regionalexpress in Rheinland-Pfalz:
"Die Bahn und ihre Bahnhöfe sind öffentlicher Raum. Dieser ist letztlich nur so lebenswert und sicher, wie alle ihn behandeln. Bahnfahrer sind eine Gemeinschaft auf Zeit. Die Bluttat ist schrecklicher Anlass, sich zivilisatorischer Grundregeln zu vergewissern."
Die Zeitungen der MEDIENGRUPPE BAYERN kritisieren:
"Betroffenheitsbekundungen aus der Politik nach solchen Taten gehen meist einer schnellen Rückkehr zum Tagesgeschäft voraus. Doch ein solches Geschehen markiert erneut wie viele vorangegangene Taten, dass sich die Sicherheitslage in unserem Land massiv verändert hat."
Die RHEIN-ZEITUNG aus Koblenz verlangt:
"Es braucht jetzt Konsequenzen. Die reflexhaften Rufe nach schärferem Strafrecht gehören nicht dazu."
DIE GLOCKE aus Oelde vermutet:
"Durch das Tragen von Bodycams, die Ausstattung der Mitarbeiter mit Notfallknöpfen und grundsätzlich mehr Sicherheitspersonal in den Zügen könnte das Problem wirkungsvoll angegangen werden. Aber das kann nur ein Ansatz sein."
