
Die Zeitung ND DER TAG findet:
"Die Bilder von Friedrich Merz' Reise nach Saudi-Arabien, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate sind an Heuchelei schwer auszuhalten. Denn diese Länder haben nichts mit den Werten zu tun, die von der politischen Klasse in westlichen Ländern wie der Bundesrepublik gepredigt werden."
Die RHEIN-NECKAR-ZEITUNG aus Heidelberg schreibt:
"Feminismus war gestern. Menschenrechte schon immer relativ, wenn es um wirtschaftliche Interessen geht. So gesehen reisen der Außenminister, die Wirtschaftsministerin und der Kanzler relativ belehrungsfrei durch die Welt. Nach all der berechtigten Empörung über den Khashoggi-Mord befremdet das natürlich im Falle Saudi-Arabiens."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG ist überzeugt:
"Was der deutschen Außenpolitik gerade in den Ampeljahren geschadet hat, war mehr ihre Ausrichtung auf Themen wie sexuelle Minderheiten oder den Klimaschutz sowie das oberlehrerhafte Auftreten deutscher Ministerinnen. Gerade im Nahen Osten hat Deutschland damit an Einfluss verloren."
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG betont, die Bundesregierung bemühe sich,
"weiterhin verflüssigtes Erdgas und künftig grünen, aus erneuerbaren Energien gewonnenen Wasserstoff zu organisieren. Zum Glück, denn: Deutschland benötigt beides und muss sich mehrere Importquellen sichern."
Die OSTSEE-ZEITUNG aus Rostock stellt fest:
"Für Rüstungsgeschäfte mit der Golfregion hat die Regierung extra die strengen Exportrichtlinien gelockert. Für Saudi-Arabien sind solche Deals das sicherste Signal, dass ein Staat es mit der Zusammenarbeit ernst meint."
Thema in der MÄRKISCHEN ODERZEITUNG aus Frankfurt (Oder) ist das heute ausgelaufene "New Start"-Abkommen zwischen den USA und Russland zur Begrenzung der strategischen Atomwaffen:
"Hinter der Ablehnung der USA, das Vertragswerk mit Russland zu verlängern, verbergen sich keineswegs nur persönliche Gründe. Trump möchte China in die Verhandlungen einbeziehen, weil das Land zwar über ein vergleichsweise kleines, aber stetig wachsendes Atomwaffen-Arsenal verfügt. Das ist nicht unvernünftig."
Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG mahnt:
"In dieser Ära neuer atomarer Ungewissheit muss die EU dieser Entwicklung etwas entgegensetzen. Nötig sind abgestimmte Positionen in der NATO und der Mut, Frankreichs Atomarsenal in eine gemeinsame europäische Verantwortung zu überführen. Gleichzeitig braucht es ehrgeizige diplomatische Bemühungen für ein Konzept der nuklearen Risikominderung."
