19. Februar 2026
Blick in die Zeitungen von morgen

Viele Zeitungen kommentieren die vorübergehende Festnahme des früheren britischen Prinzen Andrew im Zusammenhang mit dem Fall des Sexualstraftäters Epstein.

    Der frühere Prinz Andrew in einer Nahaufnahme im Freien. Er trägt einen schwarzen Anzug mit weißem Hemd und schwarzer Krawatte.
    Der ehemalige britische Prinz Andrew (picture alliance / Associated Press / Jordan Pettitt)
    Nach Ansicht der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG fügt Andrews Festnahme dem Ansehen der britischen Monarchie einen schweren Schaden zu:
    "... existenzbedrohend aber ist sie für Keir Starmer. Denn der gleiche Tatvorwurf trifft Peter Mandelson, der ausweislich der Epstein-Akten noch viel gravierendere Interna über den Atlantik sandte. Der ohnehin angeschlagene Premierminister wird dessen mögliche Verurteilung kaum überleben."
    Die BADISCHEN NEUESTEN NACHRICHTEN aus Karlsruhe fragen:
    "Kann sich eine moderne Demokratie wie Großbritannien weiterhin eine Monarchie leisten, die einer reichen und privilegierten Minderheit eine Sonderbehandlung garantiert? Die Zeiten, in denen Queen Elizabeth II. als eine identitätsstiftende Kraft für das Inselkönigreich gefeiert wurde, sind vorbei. Charles III. ist nicht so populär wie seine Mutter, und bei den jüngeren Briten geht der Rückhalt für die Krone zurück."
    Von einem Paukenschlag spricht die FRANKFURTER RUNDSCHAU:
    "Die britische Monarchie stand lange für Distanz, Diskretion und einen stillschweigenden Sonderstatus. Wer im inneren Zirkel stand, fiel bei Fehltritten weich. Skandale wurden ausgesessen, Probleme verwaltet, nicht aufgearbeitet. Diese Zeiten sind jetzt eindeutig vorbei. Das hat auch damit zu tun, dass sich die britische Gesellschaft verändert hat. Sie ist misstrauischer geworden gegenüber Eliten und sensibler für Machtmissbrauch. Privilegien werden nicht mehr akzeptiert."
    Themenwechsel. Die LAUSITZER RUNDSCHAU aus Cottbus kommentiert Trumps sogenannten Friedensrat:
    "Wird diese Art Gegen-UNO also künftig die Geschicke wichtiger Weltregionen mitbestimmen? Ausgeschlossen ist das nicht. Für Kräfte, die auf den Ausgleich von Interessen in der Welt gepolt sind, könnten jedenfalls düstere Zeiten anbrechen. Denn was immer der Rat sonst noch ist – im Grunde dient er der Durchsetzung amerikanischer Interessen."
    Die STUTTGARTER NACHRICHTEN hingegen finden:
    "Trotz all der Einwände wäre es verfrüht, den Rat lediglich als verrückte Idee zu Trumps eigener Bereicherung abzutun. Für eine Welt, die sich gerade im Umbruch befindet, kann jede Bündelung von Macht eines Tages wichtig sein. Und sei es nur, indem man damit andere Bündnisse untergräbt. So wird in Brüssel bereits mit Unbehagen beobachtet, dass die EU-Mitglieder Ungarn und Bulgarien dem Gremium beigetreten sind und dass etwa Italien und Rumänien dort als Beobachter auftreten."