
Aus Sicht der RHEINISCHEN POST aus Düsseldorf ist es eine gute Wahl:
"Frei war in der vergangenen Legislaturperiode Parlamentarischer Geschäftsführer, ist immer noch recht beliebt in der Fraktion, sucht gerne das Licht der Öffentlichkeit. Er kennt das Parlament, die Abläufe und ist auch in den anderen Fraktionen verdrahtet."
Die LAUSITZER RUNDSCHAU aus Cottbus ergänzt:
"Frei versteht es bestens, auch schärfste Forderungen und Aussagen in eine freundlich-verbindliche Tonlage zu packen. Während Spahn seine Position häufig so robust wie eine Walze vortrug, pflegt Frei eine deutlich leichtere Gangart, ohne allerdings inhaltlich besonders weit von Spahn entfernt zu sein. Nur weil Frei ausgesucht höflich und gepflegt auftritt, heißt das nicht, dass er nicht auch sehr konservative Positionen pflegt."
Die VOLKSSTIMME aus Magdeburg hebt noch einen weiteren Aspekt hervor, der Frei zum Wunschkandidaten von Merz macht:
"Im Gegensatz zum ehrgeizigen Jens Spahn, der mehr oder weniger unverhohlen gerne selbst Kanzler geworden wäre, gilt Frei als vorbehaltlos loyaler Merz-Vertrauter. Und davon gibt es in der ersten Reihe der Unionspolitiker nicht mehr viele."
Auch für den KÖLNER STADT-ANZEIGER ist die Entscheidung naheliegend:
"Frei tut dem Kanzler gut und dem bayerischen Ministerpräsidenten nicht weh. Das Votum für Frei bietet beiden sicher eine Chance, die Koalition wieder in die Spur zu bekommen, aber vermutlich ist sie auch die letzte. Für die Debatten über die Stärke der AfD nach den Landtagswahlen im September wird eine stabile Koalition gebraucht."
Die Äußerungen des sächsischen Ministerpräsidenten Kretschmer zur Brandmauer der CDU zur AfD kommentiert das REDAKTIONSNETZWERK DEUTSCHLAND:
"'Wer noch über Brandmauern rede, habe die Zeichen der Zeit nicht erkannt', meint Kretschmer. Doch die AfD will nicht Teil von Gesprächen sein, um zur Lösung der Probleme im Land beizutragen. Sie will das Land in ihrem Sinne umformen. Wer aber mit der AfD zusammenarbeitet oder sich gar von der Partei als Mehrheitsbeschaffer abhängig macht, sägt am eigenen Ast und verhilft den rechtsextremen Verfassungsfeinden zu weiterem Einfluss."
Und die SCHWÄBISCHE ZEITUNG aus Ravensburg mahnt:
"Kretschmers Forderung, die Brandmauer zur AfD einzureißen, führt die Union auf einen gefährlichen Irrweg. Denn im Zweifel wählen die Menschen nicht die Kopie, sondern das Original: die AfD. Die AfD verliert erst dann an Stärke, wenn die demokratischen Parteien überzeugende Antworten auf die Sorgen der Bürger geben."
