
Die RHEINISCHE POST aus Düsseldorf fragt:
"Warum war Abdul B., der Tatverdächtige, als verurteilter Straftäter auf freiem Fuß? Warum konnte er den Anschlag verüben, obwohl er unter Beobachtung der Sicherheitsbehörden stand? Erste Informationen lassen vermuten, dass weniger das Strafrecht als seine unzureichende Anwendung durch die Berliner Justiz das Problem darstellt."
Der TAGESSPIEGEL aus Berlin glaubt, dass beim Thema Islamismus oft falsche Ängste eine Rolle spielen:
"Gerade im liberalen Berlin erlebt man immer noch, dass die Mehrheitsgesellschaft bei islamistischem Hass wegschaut, aus Sorge, andere zu diskriminieren. Wen man durch dieses Wegschauen alles im Stich lässt, geht dabei oft unter. Wer Islamismus kompromisslos bekämpft, verteidigt queere Menschen, Juden, Frauen, Andersgläubige – und Millionen demokratischer Muslime."
Die PFORZHEIMER ZEITUNG meint zu Islamisten wie Abdul B.:
"Gegen diese jungen Radikalen hilft, wenn überhaupt, nur Härte. Ein Staat, der ihnen noch eine zweite und eine dritte Chance gibt, ist für sie ein schwacher Staat und damit ein verwundbarer."
Der KÖLNER STADT-ANZEIGER warnt aber vor allzu einfachen Antworten:
"Es geht nicht allein um Sicherheitsmaßnahmen. Genau so wenig wie um die bloße Ausweitung von Abschiebungen, von denen AfD-Politiker nun wieder in erkennbarer Absicht unter der unerträglichen Hassparole 'Remigration' schwadronieren. Die Gesellschaft muss gerade jetzt zusammenhalten. Sonst hätten die Terroristen und Freiheitsfeinde gewonnen."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE beschäftigt sich mit den jüngsten Personalentscheidungen von Kanzler und CDU-Chef Merz:
"Verstolpert - so lautete die gnädigste Kritik an der Regierungsumbildung. Geradezu Empörung rief die Entlassung des Verkehrsministers Schnieder hervor, die der Kanzler anfangs nicht erwähnt hatte, weil ihm der designierte Nachfolger im Morgengrauen von der Fahne gegangen war."
Das STRAUBINGER TAGBLATT schreibt:
"Das Problem war nie, dass Merz Schnieder entlässt. Aber ohne Nachfolger? Das ist demütigend. Und das war allein die Schuld des Kanzlers und seiner Ungeduld."
Und die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG meint zum Nachfolger Schnieders:
"Ob Steffen Bilger weiß, dass er sich als neuer Bundesverkehrsminister auf ein Himmelfahrtskommando einlässt? Es ist davon auszugehen. Schließlich kennt der 47-Jährige den Laden aus seiner Zeit als Staatssekretär nur zu gut."
