18. August 2026
Blick in die Zeitungen von morgen

Ein großes Thema in den Kommentarspalten ist die Bilanz des deutschen Bauernverbandes nach der wochenlangen Trockenheit.

    Vertrocknetes Sonnenblumenfeld bei Freiburg, Baden-Württemberg
    Niederschlagsmangel und zunehmende Trockenheit verursachen zahlreiche Probleme für Landwirte in Deutschland. (picture alliance/ROPI/Antonio Pisacreta)
    Die SÜDWEST PRESSE aus Ulm unterstreicht:
    "Nein, Deutschland droht kein Getreidenotstand. Die 41,9 Millionen Tonnen, die der Bauernverband in seiner Erntebilanz schätzt, sind zwar spürbar weniger als im Vorjahr - aber deutlich mehr als 2024. Die Auswirkungen der Hitze und Trockenheit waren regional sehr unterschiedlich. Den Süden hat es brutal getroffen, den Norden dafür kaum. Entsprechend regional sollten aber auch die staatlichen Hilfen sein."
    "Die heraufziehende Heißzeit zwingt die Landwirtschaft, sich stark zu verändern",
    unterstreicht die ALLGEMEINE ZEITUNG aus Mainz.
    "Dabei kann und muss der Staat helfen, etwa mit Anreizen für ein naturverträgliches und klimaangepasstes Wirtschaften: Es geht um mehr Vielfalt auf den Äckern, um humusreiche Böden und sparsamen Umgang mit der Ressource Wasser. Die Politik darf die Bauern in der Krise nicht alleinlassen. Doch ein staatlich alimentiertes 'Weiter so' wird nicht funktionieren."
    Der REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER ist der Ansicht:
    "Statt Klimaschäden zu kitten, muss der Staat Klimaanpassung fördern. Für die Landwirtschaft heißt das: Staatliche Förderung ja, aber gezielt in robuste Pflanzensorten, Vielfalt auf den Äckern, humusreiche Böden und besseren Wasserrückhalt. Denn Nahrungsmittel aus heimischer Herstellung sind lebenswichtig."
    Nach Israel. Dort hat Sicherheitsminister Ben-Gvir die gezielte Tötung von Palästinenserinnen und Palästinensern gefordert. Die FRANKFURTER RUNDSCHAU meint:
    "Es offenbart, wie der Verteidigungskrieg gegen die Hamas nach deren terroristischem Überfall Teile der israelischen Regierung und letztlich der Bevölkerung radikalisiert hat und wie weit der Weg ist, um die Spirale der Gewalt zu beenden."
    Die NÜRNBERGER NACHRICHTEN fordern Konsequenzen:
    "Etliche Staaten verhängten schon vor Monaten Sanktionen gegen Ben-Gvir und Finanzminister Bezalel Smotrich. Es wird Zeit, dass sich die EU insgesamt und Deutschland ähnlich positionieren."
    Anders formuliert es die LAUSITZER RUNDSCHAU aus Cottbus:
    "Leute wie Ben-Gvir überschreiten eine Grenze, bewusst und kalkuliert. Sanktionen gegen sie wären daher als Signal angebracht."
    Die Berliner TAGESZEITUNG - kurz TAZ - stellt mit einer gewissen Verwunderung fest:
    "Auf den ersten Blick ist es schleierhaft, warum es genau diese Forderungen sind, die plötzlich für so viel Furore sorgen. Denn erstens tötet die israelische Armee jeden Tag Menschen in Gaza, im Westjordanland oder in Libanon. Zweitens war Ben-Gvir schon immer so offen rechtsextrem. Und drittens ist der Minister mit seiner Haltung bei Weitem keine Ausnahme – sie ist schon lange Teil des israelischen Mainstreams."