19. August 2026
Blick in die Zeitungen von morgen

Hauptthema in den Zeitungen ist die Forderung des früheren ukrainischen Verteidigungsministers Fedorow nach Neuwahlen:

    Ukraine, Dnipro: Auf diesem von der Regionalverwaltung Dnipropetrowsk veröffentlichten Foto weht die ukrainische Flagge, während nach einem russischen Raketenangriff Rauch aufsteigt.
    Die Debatte über Neuwahlen in der Ukraine ist Thema in den Zeitungen. (Uncredited/Dnipro Regional Administration/AP/dpa)
    "Das russische Regime hätte von Desinformationskampagnen bis zu militärischen Angriffen auf Wahllokale viele Möglichkeiten, eine Wahl in der Ukraine zu sabotieren und zu kompromittieren", warnt die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG. "Eine solche Einladung zur Beschädigung würde Moskau nicht ausschlagen. Fedorow hat mit vielem einen Punkt. Der Krieg beschädigt tatsächlich die ukrainische Demokratie. Und je länger der Krieg dauert, desto schwerwiegender werden diese Schäden."
    Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG notiert: "Organisatorisch wäre es unmöglich, freie Wahlen in einem Land abzuhalten, in dem in jedem Wahllokal jederzeit eine russische Rakete einschlagen kann – und in dem aus dem selben Grund auch kein Wahlkampf möglich ist, der zu jeder rechtmäßigen Wahl gehört. Am politischen Stillstand in Kiew wird sich daher erst einmal nichts ändern."
    Der KÖLNER STADT-ANZEIGER stellt fest: "Fedorows Initiative zeigt zugleich, dass die Demokratie trotz des Krieges lebendig ist: Ein entlassener Minister kann Präsident und System öffentlich scharf angreifen."
    DIE TAGESZEITUNG - TAZ - meint:" Fedorows Argumentation ist nachvollziehbar. Wie legitim kann ein vom Volk auf fünf Jahre gewähltes Staatsoberhaupt noch sein, das bereits seit 2019 im Amt ist? Zumal Russlands Angriffskrieg noch Jahre dauern könnte."
    Mit dem Füllstand deutscher Gasspeicher befassen sich die NÜRNBERGER NACHRICHTEN: "Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche verweist darauf, dass es Aufgabe der Unternehmer und der Händler sei, die Speicher bis zum Winter zu füllen. Die Bundesnetzagentur als zuständige Behörde schlägt ebenfalls keinen Alarm. Es geht nicht um eine drohende Notlage im Bereich der Versorgung, sondern um etwas ganz anderes. Was die Ressortchefin vernachlässigt, ist das Preisrisiko. Wenn Deutschland nicht auf ausreichend gefüllte Speicher zurückgreifen kann, gleichzeitig aber der Winter sehr streng wird und lange andauert, dann muss mehr teures LNG-Gas geordert werden, als es nötig wäre. Und die Zeche dafür bezahlen die Verbraucher."
    Die RHEIN-ZEITUNG aus Koblenz notiert: "Es braucht dreierlei: Erstens, die Füllvorgaben für die Gasspeicher dürfen nicht nur auf dem Papier stehen, sie müssen kurzfristig auch durchgesetzt werden. Es muss zweitens sichergestellt werden, dass die hohen Preise am Ende nicht voll auf die Endverbraucher zurückfallen. Und drittens braucht es mehr politische Kraftanstrengung, den Ausstieg aus fossilen Energien voranzutreiben. Das macht die Versorgung in Deutschland langfristig sicherer und unabhängiger von Krisen und Kriegen weltweit."