20. August 2026
Blick in die Zeitungen von morgen

Kommentiert wird unter anderem Bundeskanzler Merz.

    Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) macht während einer Pressekonferenz ein nachdenkliches Gesicht.
    In den Kommentaren ist der Bundeskanzler und CDU-Vorsitzende Friedrich Merz ein Thema (Archivbild). (picture alliance / dpa / Michael Kappeler)
    Nach Ansicht des KÖLNER STADT-ANZEIGERS ist der CDU-Vorsitzende in den vergangenen Wochen vor allem durch Zurückhaltung aufgefallen:
    "Wenn es gar nicht läuft - einfach mal nichts sagen. Diese Weisheit der politischen Kommunikation scheinen Berater dem Regierungschef nahegebracht zu haben. Und in der Tat: Hätte es geholfen, wenn Merz die drei Ost-Ministerpräsidenten zur Ordnung gerufen hätte, die einen Torpedo auf das Herzstück der Rentenreform feuerten?"
    Die Zeitung DIE WELT verteidigt Merz und fragt:
    "Warum sollte der Kanzler sich am allgemeinen Imponiergehabe und am Schmäh-Dreschen beteiligen? Sowohl Helmut Kohl als auch Angela Merkel ließen viele Debatten schweigend an sich vorbeiziehen. Sie erzielten auch so ihre Wirkung. Macht kommt auf leisen Sohlen, nur Halbstarke lärmen."
    Die RHEIN-NECKAR-ZEITUNG aus Heidelberg glaubt:
    "Merz ist ein Gebeutelter seines eigenen Anspruchs. Mit seiner schroffen Art trägt an seiner sinkenden Beliebtheit den größten Anteil. Aber, um eine von Merkel überstrapazierte Vokabel zu verwenden: Dieser Kanzler ist alternativlos. Ihn abzulösen, brächte der Union überhaupt nichts."
    Themenwechsel. Die Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Knobloch, sieht Ähnlichkeiten zwischen der NSDAP und der AfD.Dazu bemerkt die TAGESZEITUNG - TAZ:
    "Der Vergleich funktioniert nicht richtig. Knobloch hat über die Frühzeit der NSDAP gesprochen, und dort hat sie nur teilweise recht. Die AfD steht weder auf den Uniform-Fetischismus der Alt-Nazis noch huldigt sie dem Führerprinzip. Ja, es gibt auch Ähnlichkeiten, an erster Stelle das völkische Denken. Doch hängen bleibt nur der Vergleich AfD und NSDAP. Und der ist falsch."
    Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG findet:
    "Und trotzdem ist zweifelhaft, was Knobloch als Konsequenz aus ihrer Beobachtung fordert: ob ein AfD-Verbotsverfahren richtig wäre. Denn was passiert, wenn Karlsruhe ein Verbot ablehnt und die AfD damit als grundgesetzkonform adelt? Oder was soll passieren an dem Tag, an dem die nach Umfragen derzeit stärkste Partei verboten wird? Gehen ihre Anhänger dann einfach nach Hause und wählen wieder Union oder SPD? Wohl kaum!“
    Die STUTTGARTER NACHRICHTEN meinen:
    "Die endlosen Debatten um das Verbotsverfahren sind für sich genommen auch ein Zeichen von Schwäche - ein gefährliches Abwarten. Die Hoffnung, die AfD irgendwie 'wegregieren' zu können, ist aussichtslos. Es muss deutlich werden, dass Hass, Rassismus, Nationalismus und Autoritarismus nicht zur Demokratie gehören."