
"Man weiß nicht genau, ob man bei den Sätzen des Kanzlers zur Klimapolitik lachen oder verzweifeln sollte. Denn natürlich ist einer großen Mehrheit der Deutschen bewusst, was da mit dem Klimawandel auf sie zukommt. Allein, für die Regierung Merz stand der Klimaschutz bislang nicht gerade im Zentrum ihrer Politik. Im Gegenteil: Vieles wurde infragegestellt. Da darf sich die Bundesregierung und insbesondere Merz nicht wundern, dass ihre Politik als unglaubwürdig wahrgenommen wird."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG widerspricht:
"Niemand wird behaupten, dass die Klimapolitik ganz oben auf der Agenda von Friedrich Merz steht. Aber wer dem Kanzler gegenüber einigermaßen fair ist, weiß, dass er nicht erst den Besuch in dem von einer Brandkatastrophe gezeichneten Hürtgenwald brauchte, um zu erkennen, dass der Klimawandel eine enorme Herausforderung ist. Ein Kanzler, der sich vorgenommen hat, möglichst viel für die Förderung der Wirtschaft zu tun, weiß, dass die Anpassung an den Klimawandel von elementarer Wichtigkeit ist."
Der Auftritt des Kanzlers wurde von Pfiffen und Buhrufen begleitet. Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG hebt hervor:
"Nach dreieinhalb Wochen beendet Friedrich Merz seine Ferien. Kaum tritt er vor ein Mikro, ist er schon wieder beleidigt. 'Ich spreche mit denen, die nicht schreien', sagt der Bundeskanzler, als er beim Dank an die Eifel-Brandhelfer ausgebuht wird. 'Ich spreche mit denen, die arbeiten.' Etwas Dümmeres kann man wirklich nicht sagen, wenn man selbst aus dem Urlaub kommt."
Von Deutschland nach Nordamerika. Die USA und Kanada haben sich nach gescheiterten Verhandlungen gegenseitig mit Strafzöllen belegt. Die FRANKFURTER RUNDSCHAU sieht eine Gefahr für das nordamerikanische Handelsabkommen:
"Teile der US-Produktion und des Handels sind eng mit der Wirtschaft der beiden Nachbarn verwoben. Große Mengen Energie kommen beispielsweise aus Kanada in die Vereinigten Staaten. Verständlich also, wenn sich so viele Konzerne gegen Trump stellen, aus Sorge um die eigenen Gewinne, ihre Produktionsstandorte und die Arbeitsplätze."
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG blickt auf die Reaktion des kanadischen Regierungschefs Carney.
"An jenen Sätzen, die der Premierminister am Wochenende in Richtung von Donald Trump sagte, gibt es indes nichts misszuverstehen. Klarer kann man nicht auf die jüngste Provokation aus Washington reagieren, den Abbruch der Handelsgespräche und die neue Orgie an Zöllen, die Trump daraufhin verhängt hat. Carney gelingt es sehr viel besser als den Europäern, sich Trump und dessen rüder Politik entgegenzustellen."
