24. August 2026
Blick in die Zeitungen von morgen

Die "Sommerinterviews" von ARD und ZDF mit den beiden AfD-Vorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla sind Thema in den Zeitungen.

Weidel sitzt einem Journalisten gegenüber und schaut ihn an.
Die "Sommerinterviews" von ARD und ZDF mit der AfD-Spitze sind Thema in den Zeitungen. (Fabian Weiss)
"Die AfD bekam im von ihr angefeindeten öffentlich-rechtlichen Fernsehen eine Doppel-Bühne zur Primetime", bemerkt die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG und unterstreicht: "Während Chrupalla eine gewisse Lässigkeit und Freundlichkeit ausstrahlte, blamierte sich Alice Weidel gleich doppelt: in der Sache und im Stil."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG verweist darauf, dass Weidel die Lüge als Teil der CDU-DNA bezeichnete:
"All jene, die glauben, sie könnten die CDU dazu zwingen, endlich mit der AfD zu koalieren, indem sie ihr Kreuz nicht mehr bei der CDU, sondern bei der AfD machen, sollten aber vielleicht doch noch einmal nachdenken. Denn die AfD will gar nicht mit der CDU zusammenarbeiten - sie will sie vernichten."
Die NÜRNBERGER NACHRICHTEN streichen heraus: "Die AfD hat genau studiert, wie Donald Trump austeilt. Trump schaffte es lange, so zu tun, als gehöre ausgerechnet er nicht dazu, selbst als Präsident wettert er gern gegen Washington. Bei Weidel wird daraus natürlich Berlin."
Die RHEINISCHE POST aus Düsseldorf hält fest: "Die Sommerinterviews offenbaren aber auch die Probleme des politischen Journalismus. Weil auch die etablierten Medien Vertrauen verloren haben, prallen an der AfD sogar die Entlarvung von Falschaussagen, von offensichtlichen Widersprüchen und handfesten Skandalen ab. Letztlich gilt für die Partei das alte Sprichwort: Ist der Ruf erst ruiniert, lebt’s sich völlig ungeniert."
Mit der Lage vor der Kabinettsklausur der Bundesregierung befasst sich die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG: "Im Grunde ist die Stimmung im Land deutlich schlechter als die Lage. Reformen gehören nicht nur 'umgesetzt' sondern immer wieder – und am besten mit den immer selben Worten – erklärt. Damit sie aufs Radar der Öffentlichkeit geraten. Keine Rentenreform beschreibt sich von selbst."
Der MÜNCHNER MERKUR betont: "Es sei daran erinnert, dass Merz Deutschlands tiefe Probleme erstens nicht verursacht hat und dass die Wähler ihn 2025 zweitens nicht mit der nötigen Mehrheit ausgestattet haben, um sie mit eigener Kraft zu lösen. Stattdessen muss er in einer Koalition mit der störrischen SPD daran herumdoktern."
DIE TAGESZEITUNG - TAZ - beobachtet: "Kanzler Friedrich Merz und sein Vize Lars Klingbeil setzen auf Bewährtes: Entlastung für die Wirtschaft. Deutschland soll 'der führende Ort für industrielle KI' werden. Zudem wird der Bürokratie mal wieder entschlossen der Kampf angesagt. Diese Agenda routiniert zu nennen, ist eine Untertreibung."