
"Schon das dritte Quartal in Folge entwickelte sich die Konjunktur positiv. Und jetzt steht auch fest: Die Kaufkraft der Deutschen hat ebenfalls zugelegt. Weniger gut ist, dass die positiven Entwicklungen anscheinend kaum bei den Menschen ankommen. Deutschland ist weiter ein schlecht gelauntes und besorgtes Land. Und das, obwohl nicht nur Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer profitieren, sondern auch die Renten wieder einmal deutlich steigen werden."
Das DARMSTÄDTER ECHO lobt:
"So schlecht sind die Chancen vieler deutscher Unternehmen auf dem Weltmarkt anscheinend doch nicht. Die vielen kleinen und mittelgroßen Champions geraten schnell aus dem Blick, weil alle auf die unbestritten großen Probleme der Autokonzerne starren. Wenn diese jetzt einigermaßen die Kurve kriegen, sieht es auch auf mittlere Sicht gar nicht so schlecht aus."
Einer dieser Autokonzerne ist Volkswagen. Dort ist nach einer Betriebsversammlung weiterhin unklar, wie es mit den deutschen Standorten weitergehen soll. Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG meint:
"Gerade dort, wo es nach Darstellung von Blume aktuell keine sichere Perspektive gibt – in Zwickau, Emden und Hannover – könnte es unschön werden. Es gebe 'intelligentere Lösungen als Werkschließungen', hatte der Vorstandschef im Juli gesagt. Langsam würden die Mitarbeiter gern wissen, was er damit meint."
Im KÖLNER STADT-ANZEIGER heißt es:
"VW verweist völlig zu Recht darauf, dass die Lage bei manchem Konkurrenten prekärer ist. Die Welt habe sich eben grundlegend verändert, heißt es in Wolfsburg. Doch das ist maximal die halbe Wahrheit: Fast alle aktuellen Probleme lagen schon früher auf dem Tisch oder kamen mindestens in Sicht. Jetzt bestreitet im Vorstand, Aufsichtsrat oder in der Betriebsratsspitze niemand mehr akuten Handlungsbedarf. Aber sie alle tragen auch Verantwortung dafür, dass die Probleme wieder einmal Zeit hatten, zu wachsen."
Von Deutschland nach Australien. Dort wurde ein mit künstlicher Intelligenz produziertes Lied zum Hit. Nun werden die Regeln verschärft. Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG kommentiert:
"Musik, die überwiegend oder sogar ganz mit KI gemacht ist, darf in den australischen Charts nicht mehr vorkommen. Die dafür zuständige Australian Recording Industry Association will nur Musik zulassen, die 'wesentlich von Menschen gemacht' wurde. Auf die Frage, ob dann überhaupt noch etwas übrig bleibt, wird die dortige Musikszene hoffentlich eine Antwort finden. Womöglich wird hier gerade ein weiterer Schritt zur Selbstabschaffung der Unterhaltungskultur und letztlich auch der -industrie durch Technik vollzogen."
