30. August 2026
Blick in die Zeitungen von morgen

Die Zeitungen kommentieren unter anderem das Nein der Isländer zur Aufnahme neuer Verhandlungen für einen EU-Beitritt.

    Ein Mann stellt im Rathaus von Reykjavík eine Wahlkabine auf.
    Die Isländer haben gegen die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der EU gestimmt. (JONATHAN NACKSTRAND / AFP)
    Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG sieht darin auch eine "PR-Schlappe":
    "Die EU ist nicht mehr das Heilversprechen, als das sie sich gerne sieht. Geldgeber von einem Projekt zu überzeugen, ist naturgemäß schwieriger als Geldempfänger. Die Ablehnung darf in Brüssel nicht nur mit höflichem Schulterzucken quittiert werden, sie muss zu denken geben. Welche Anziehungskraft besitzt die EU noch, wenn das Argument des starken Binnenmarktes nicht trägt?"
    "Was machen wir in der EU jetzt mit der Erkenntnis, dass Island nicht einmal mit uns reden will?", fragt dazu die TAZ:
    "Dieses Nein ist bei aller Deutlichkeit mehrschichtig, und einen Teil davon dürfen die Europäer in der EU einfach nicht persönlich nehmen – man kann nicht von allen gemocht werden. Die eigene Attraktivität in der Welt an Islands Entscheidung messen zu wollen würde bedeuten, sich unnötig klein zu machen."
    Die VOLKSSTIMME aus Magdeburg betont:
    "Den Isländern ist das nationale Hemd näher als der europäische Rock. Das Hauptprodukt Islands ist Fisch, und für dessen Fang hat die EU strenge Quoten vorgegeben. Das will die isländische Fischindustrie ganz und gar nicht und ist deshalb letztlich mit Erfolg dagegen zu Felde gezogen."
    Dass es das Referendum überhaupt gab, sei ein Fehler gewesen, meint die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG und verweist auf die britische Abstimmung zur EU:
    "Der Brexit ist ein so abschreckendes Beispiel, dass doch keine andere Regierung je wieder so naiv sein dürfte, eine derartig komplexe Entscheidung dem Volk aufzubürden. Oder? Die isländische Regierung hat genau das nun getan."
    Der WESER-KURIER aus Bremen blickt auf die Debatte über eine Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag und hält fest:
    "Trotz reichlich überzogener Vorwürfe in der TV-Diskussion mit Bundeskanzler Merz – in einem Punkt hatte die Kinderärztin durchaus recht: Die geplante Einführung kommt einem Misstrauensbeweis gegenüber den Arbeitnehmern gleich und wird die Arztpraxen massiv belasten."
    Die MÄRKISCHE ODERZEITUNG aus Frankfurt/Oder befürchtet:
    "Es wird sich um reine Symbolpolitik handeln. Über die dann aber auch noch in der Koalition heftig gestritten wird. Statt das zu tun, was nötig ist, damit viele Bürger länger gesund bleiben. Prävention heißt dazu das Zauberwort."
    Der KÖLNER STADT-ANZEIGER fordert, in der Frage vor den anstehenden Landtagswahlen Geschlossenheit zu zeigen:
    "Einzelne Punkte der Reformpläne können bei den Beratungen im Bundestag noch geändert werden. Aber jetzt gilt es, Kurs zu halten. Alles andere ist nur Futter für die Extremisten, die der Regierung jede Handlungsfähigkeit absprechen."