
"Natürlich versucht die Bundesregierung, in der Öffentlichkeit tapfer Stärke zu zeigen",
heißt es dazu in der NEUEN OSNABRÜCKER ZEITUNG.
"In Wirklichkeit hat Deutschland nichts in der Hinterhand, womit es den russischen Präsidenten Putin wirklich das Fürchten lehren kann."
"Es ist nicht das ganz große Besteck, das die Regierung auspackt",
urteilt die RHEIN-NECKAR-ZEITUNG aus Heidelberg.
"Doch die Einbestellung des Botschafters, die Schließung des Generalkonsulats sowie des Kulturzentrums 'Russisches Haus' zusammen mit den Sanktionen gegen die Schattenflotte - das hat Gewicht. Ein hybrider Krieg ist nun einmal kein Krieg."
Auch die WESTDEUTSCHE ZEITUNG aus Wuppertal bemerkt:
"Innenminister Dobrindt und Außenminister Wadephul haben klargemacht, dass die Rechnung Putins nicht aufgehen wird. Deutschland hat gegenüber Russland diplomatisch eindeutig eskaliert."
Anders fällt die Bewertung im SÜDKURIER aus Konstanz aus.
"Wenn es eine Konstante in der deutschen Außenpolitik seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs gibt, dann ist es Unentschlossenheit. Die Regierungen unter Scholz und unter Merz haben sich zwar irgendwann zum Handeln durchgerungen, aber stets halbherzig. So ist es auch diesmal."
T-ONLINE übt Kritik am Kanzler.
"Es ist problematisch, dass Merz mehr als eine Woche lang Konsequenzen ankündigt und diese nun von anderen verkünden lässt."
Und die VOLKSSTIMME aus Magdeburg gibt zu bedenken:
"Ins Kontor bei den Russen schlägt besonders die Schließung des Russischen Hauses in Berlin. Es ist die repräsentativste Vertretung des Kremls dort. Das wird Moskau nicht unbeantwortet lassen - und wohl das Goethe-Institut in Russland dichtmachen. Damit verschwinden die letzten Stützpunkte des gegenseitigen kulturellen Austausches. Das ist bitter."
Nun zum Wahlkampf in Sachsen-Anhalt.
"Erinnert sich noch jemand an den Begriff 'Kanzlerbonus'?",
fragt die FRANKFURTER RUNDSCHAU.
"Er gilt 2026 nicht. Spöttisch ist vom 'Wahlkampf ohne Wähler' die Rede. Es wird darauf ankommen, dass die Landes-CDU nicht in Richtung AfD einknickt. Wenn das Wort von Merz nichts zählt, der jede Zusammenarbeit ausgeschlossen hat, dann wackelt dieses Bekenntnis zum demokratischen Lager. Das wäre fatal für die ganze Republik."
Die F.A.Z. blickt in die Zukunft.
"Ausgeschlossen ist es nicht, dass der Zorn auf die 'Altparteien' erstmals in einem Bundesland die AfD an die Macht bringt. Das hielte die deutsche Demokratie aus. Doch vierzig Prozent für die AfD in den Umfragen sind ein Menetekel für das Abgleiten in eine dunkle politische Welt."
