
Der Berliner TAGESSPIEGEL führt aus:
"Dass es nach der Aufkündigung des Vertrages mit dem Russischen Haus in Berlin durch die Bundesregierung wegen des Drohnenangriffs in Leipzig nun auch das Goethe-Institut mit seinen beiden Filialen in Moskau und St. Petersburg trifft, ist da keine Überraschung. Es war abzusehen und folgt der Wie-du-mir-so-ich-dir-Diplomatie Russlands."
Das Portal T-ONLINE glaubt mit Blick auf den russischen Präsidenten:
"Putin möchte die Deutschen verunsichern und die gesellschaftlichen Gräben in der Bundesrepublik vertiefen. Er weiß, dass Angst das Vertrauen in die Politik schwächt."
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG weist die Darstellung zurück, die Bundesregierung provoziere den Konflikt:
"Deutschland führt keinen Krieg, sondern wehrt sich mit den Mitteln eines demokratischen Rechtsstaates gegen russische Akte des Staatsterrorismus. Nichts anderes war der Versuch, in Leipzig Flugzeuge mit Drohnen zu attackieren, die mit Sprengstoff vollgepackt waren."
Die VOLKSSTIMME aus Magdeburg rechnet mit einer weiteren Verschärfung der Auseinandersetzung:
"Die deutsche Regierung hat den Kreml düpiert und die erwartete Gegenreaktion kassiert. Doch gegen das, was folgen könnte, nimmt sich die Leipzig-Affäre wie ein harmloses Geplänkel aus."
Die STUTTGARTER NACHRICHTEN blicken auf die politische Bedeutung der bevorstehenden Landtagswahl in Sachsen-Anhalt:
"Falls die AfD künftig in Magdeburg regieren sollte, wäre ihr Triumph Schrecken und Schande für alle, die das Grundgesetz ehren – eine Zäsur der Demokratie in Deutschland, aber auch für die Partei selbst."
Das Magazin CICERO richtet den Blick auf die möglichen Folgen für die CDU nach der Wahl:
"Die CDU hat in Thüringen und Sachsen aus der Brandmauer nach links bereits so große Teile herausgebrochen, dass man bequem durchschlüpfen kann. Eine förmliche inhaltliche Vereinbarung mit der Linken in Magdeburg hätte indes eine andere Qualität."
Die NÜRNBERGER NACHRICHTEN mahnen in der Debatte über die Wahl in Sachsen-Anhalt zu mehr Gelassenheit:
"Die Demokraten sind in Deutschland definitiv in der Mehrheit. Es geht nicht um eine Verharmlosung der Gefahren, die durch AfD-Mehrheiten drohen, es geht um etwas Gelassenheit, um weniger Schaum vor dem Mund. Die AfD ist bislang ausschließlich durch Kritisieren und Schlechtreden aufgefallen. Viele ihrer Konzepte sind weder finanzierbar noch rasch umsetzbar."
