07. September 2026
Blick in die Zeitungen von morgen

Die AfD hat bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ihr Ziel einer Alleinregierung knapp verfehlt.

    Ulrich Siegmund (Bildmitte), Spitzenkandidat und Co-Vorsitzender der AfD-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt, jubelt mit den AfD-Bundesvorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla.
    Die AfD-Politiker Ulrich Siegmund (Bildmitte), Alice Weidel und Tino Chrupalla. (picture alliance / dpa / Michael Kappeler)
    Der Berliner TAGESSPIEGEL schreibt:
    "Seit dem 6. September 2026 ist Deutschland eine andere Republik. Der haushohe Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt ist eine politische Zeitenwende. Ausmaß und Wirkung dieses Einschnitts lassen sich bisher nur erahnen. Im neuen Magdeburger Landtag haben AfD und BSW eine mathematische Mehrheit. Das wird Deutschland und sein Parteiensystem mit ungeahnten Folgen verändern."
    Die NÜRNBERGER NACHRICHTEN notieren:
    "Das BSW ist, wenn es auch nur in die Nähe einer Koalition, einer Duldung oder einer Tolerierung kommt, eine echte Gefahr für jegliche Regierung. Auf Sahra Wagenknecht ist kein Verlass, sie sprengt früher oder später jegliches Bündnis und wird damit der in sie gesetzten Verantwortung nicht gerecht."
    Das Magazin STERN hält fest:
    "Wenn schon von einer Zäsur die Rede ist, sollte man nicht vergessen, dass es auch eine für die AfD selbst ist. Sie ist drauf und dran, zu regieren. Und damit kurz davor, ihre wichtigste strategische Position zu verlieren: die der folgenlosen Verantwortungslosigkeit."
    Die RHEINISCHE POST aus Düsseldorf geht auf die hohen Verluste der CDU und die Folgen für die Bundespolitik ein:
    "Das Vertrauen in den Kanzler ist in der eigenen Partei, vor allem im Osten, tief erschüttert. Das ist der Befund. Was Merz bislang im Amt hält, ist allein das Fehlen einer personellen Alternative. Zwar gibt es potenzielle Herausforderer. Doch wer wäre tatsächlich wagemutig genug, sich in dieser politischen Lage mit dem Kanzler anzulegen – und einen Sturz zu riskieren?"
    Die SCHWÄBISCHE ZEITUNG aus Ravensburg hält fest:
    "Friedrich Merz hat nicht die AfD, sondern die CDU halbiert. Das klingt nach einem schlechten Witz, ist aber für die CDU eine bittere Wahrheit."
    Der MÜNCHNER MERKUR konstatiert:
    "Ein Kanzler, der sein Volk nicht erreicht, kann nicht erfolgreich sein; seine gestrige Beteuerung, er wolle ab jetzt mehr erklären, klang ratlos. Nach der Halbierung im Osten muss jeder begreifen: Für die Union geht es ums nackte Überleben."
    Die Zeitung DIE WELT formuliert es anders:
    "Die alten Eliten haben nicht zugehört, als das Volk immer wieder deutlich gemacht hat, dass es so nicht weitergeht. Die Repressionen gegen Rechts haben diese Rechte radikalisiert wie kaum irgendwo sonst in Europa. Das kann einem Angst machen. Aber das 'Weiter so' der alten Eliten ist mindestens genauso gefährlich. Deutschland steht dort, wo es nach 1945 eigentlich nie mehr stehen wollte: an einer gefährlichen Abrisskante."