09. September 2026
Blick in die Zeitungen von morgen

Die RHEINISCHE POST aus Düsseldorf kommentiert die Generaldebatte im Bundestag:

    Friedrich Merz steht am Rednerpult im Bundestag. Das Bild spiegelt sich in einer Scheibe. Darum ist alles schwarz.
    Friedrich Merz bei der Haushaltdebatte im Bundestag (picture alliance / Ipon / Stefan Boness)
    "Die Kanzler-Rede war kein Befreiungsschlag für Friedrich Merz in eigener Sache. Der CDU-Vorsitzende vermag es nicht, ein eigenes neues Narrativ zu setzen. Ein wenig blitzt der schlagfertige und rhetorisch geschulte Redner in der Abrechnung mit der AfD-Fraktion durch. Aber um seine Partei hinter sich zu sammeln und in seiner Regierung klare Ansagen zu machen, braucht es mehr."
    Zu einer ähnlichen Einschätzung kommt die FRANKFURTER RUNDSCHAU:
    "Merz Rede, die erste und daher sehr wichtige nach dem Desaster von Sachsen-Anhalt war ohne roten Faden, wirkte streckenweise unkonzentriert und vor allem viel zu defensiv."
    Die Zeitung DIE WELT wirft ein:
    "Merz hätte die Chance gehabt, den Wahltriumph der AfD und den Absturz der eigenen Partei in Sachsen-Anhalt zum Anlass zu nehmen, um Druck aufzubauen: nicht auf die Opposition von rechts, die derbe Reden hält und zweifelhafte Gestalten duldet. Nein, auf den Koalitionspartner, der die zögerlichen Reformen schon wieder infrage stellt."
    Die WESTDEUTSCHE ZEITUNG aus Wuppertal geht auf die Rede von AfD-Chefin Alice Weidel ein:
    "Der Auftritt erinnerte an das Parlamentsgebaren sehr ähnlich gesinnter Kräfte in den frühen 1930er Jahren. Gift, Galle, Übertreibungen, Halbwahrheiten, vor allem aber schierer Hass auf Bundeskanzler Friedrich Merz und die CDU waren erwartbar und mithin nichts Besonderes."
    Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG notiert:
    "Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Dröge offenbarte geradezu Mitleid mit dem Bundeskanzler, dem sie seine Erschütterung über den Wahlerfolg der AfD abnehme, weil sie wisse, wie furchtbar er diese finde. Daran ließ auch Merz selbst keinen Zweifel, als er der AfD vorwarf, die von ihr angestrebte 'Remigration' sei ein Synonym für 'ethnische Säuberung nach Herkunft und Hautfarbe'. Ethnische Säuberung, wie auf dem Balkan? Da gingen, bei aller berechtigten Kritik an den völkischen Vorstellungen der AfD, auch mit Merz die Pferde durch."
    Die TAZ vermerkt:
    "Was auch immer Merz macht – die Regierungsparteien sind derHerausforderung durch den Aufstieg einer faschistischen Partei bisher nicht gewachsen."
    Die NÜRNBERGER ZEITUNG kritisiert:
    "Viele Vertreter der Regierungsparteien schauten während der AfD-Beiträge in ihre Akten oder tuschelten miteinander. Das hat Tradition, das zelebrierten schon Adenauer, Brandt und Merkel, aber es produziert ein fatales Bild - nämlich, dass man die dramatisch einbrechenden Wählerzahlen nicht ernst genug nimmt."