10. September 2026
Blick in die Zeitungen von morgen

Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG kommentiert den Vorschlag von NRW-Ministerpräsident Wüst, ein AfD-Parteiverbot prüfen zu lassen:

Der NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) steht an einem Rednerpult.
NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU). (imago / Bonn.digital / Marc John)
"Hendrik Wüst fand seine Idee so gut und neu, dass er gleich betonte, das habe noch kein 'CDU-Mensch' vorgeschlagen. Dabei fehlte auch das uralte Argument nicht, ein Verbotsantrag komme nur in Betracht, wenn man ganz sicher sein könne, dass er Erfolg hat. Welcher Mensch, der in einem Rechtsstaat lebt, kann das ernst nehmen? Dann prüft halt bis in alle Ewigkeit."
Auch die NEUE PRESSE aus Coburg sieht den Vorschlag eher skeptisch:
"Wüsts Timing mutet an, als wolle er die Wutbürger der Nation noch ein bisschen mehr verärgern. Reklame für unsere wehrhafte Demokratie ist das jedenfalls nicht. Über ein Verbot wird seit Jahren diskutiert. Wenn Wüst es für angezeigt hält, hätte er früher aufwachen müssen."
Die AUGSBURGER ALLGEMEINE stellt vor dem Hintergrund des Sachsen-Anhalter Wahlergebnis zur Situation der CDU fest:
"Obwohl das Ergebnis der Landtagswahl seit Wochen absehbar war, hat es die Christdemokraten kalt erwischt. Merz läuft Gefahr, schon im zweiten Jahr seiner Kanzlerschaft dort zu landen, wo andere Kanzler erst nach zwei oder drei Legislaturperioden liegen - auf der Station für politische Auslaufmodelle."
Auch die RHEIN-NECKAR-ZEITUNG aus Heidelberg konzentriert sich auf Bundeskanzler Merz:
"Immer stärker zeigt sich, dass er noch nie zuvor irgendwo regiert hat, nicht als Ministerpräsident, nicht als Minister, ja nicht einmal als Bürgermeister von Brilon im Sauerland. Das rächt sich nun: Regieren mit der Brechstange, fehlende Absprachen mit den Länderchefs, mangelhafte Kommunikation - all das ist letztlich auch fehlendes politisches Handwerkszeug. Nur: All das hat die CDU gewollt."
Ein weiteres Thema in den Kommentaren ist der Vorwurf der Bereicherung gegen den Berliner Spitzenkandidaten Krach. DIE RHEINPFALZ aus Ludwigshafen bemerkt:
"Viele Menschen in Berlin und im Rest von Deutschland lernen Steffen Krach gerade kennen. Heißt auch: Viele Menschen lernen ihn nun als den Mann kennen, gegen den wegen des Verdachts auf Korruption ermittelt wird. Die Staatsanwaltschaft hat damit deutlich Einfluss auf diese Wahl genommen. Man kann nur hoffen, dass sie dafür triftige Gründe hat, alles andere wäre unverantwortlich."
Und der CICERO konstatiert:
„Die einfachste Lösung wäre es, große Parteispenden einfach zu verbieten. Denkbar wäre etwa ein zulässiger Höchstbetrag von 100 Euro pro Jahr und Person. Hätten die Parteien weniger Geld, müssten sie im Wahlkampf alle gleichermaßen abrüsten. Und die Staatsanwaltschaften könnten sich besser darauf konzentrieren, all die anderen Berge an Verfahren abzuarbeiten.“