
Die NÜRNBERGER ZEITUNG sieht dringenden politischen Handlungsbedarf:
"Die Zahl der Pannen und Zwischenfälle steigt zusehends - und mit ihr die Warnungen aus der Branche selbst. Momentan erleben wir einen ungeregelten Wettlauf vor allem zwischen den USA und China. Steuern auf den Einsatz von KI sind in der Debatte. Vor allem aber braucht es rasch Regeln."
Der KÖLNER STADT-ANZEIGER mahnt, die Warnungen führender KI-Entwickler ernst zu nehmen und ergänzt:
"Zudem schrieben über 1.300 Programmierer von KI-Unternehmen eine Petition, in der sie die US-Regierung anbetteln, das halsbrecherische KI-Wettrennen zu verlangsamen, ein Moratorium beteiligter Unternehmen und Staaten auszurufen. Denn die Trump-Regierung kassierte die KI-Erlasse des Vorgängers Joe Biden. Seitdem gilt Schnelligkeit vor Sicherheit."
Die PFORZHEIMER ZEITUNG plädiert für verbindliche Sicherheitsstandards:
"Europa könnte den Weg weisen. Der AI Act verlangt von Anbietern besonders mächtiger Modelle Transparenz, technische Dokumentation, Risikoanalysen und Schutzmaßnahmen. Für Modelle mit systemischen Risiken gelten zusätzliche Pflichten. Das ist kein Bremsklotz, sondern die Regel, die für Flugzeuge, Arzneimittel und Kernkraft selbstverständlich ist."
Die LAUSITZER RUNDSCHAU aus Cottbus verweist auf die Auswirkungen der Technologie auf die Arbeitswelt:
"Technische Revolutionen haben Arbeit immer verändert - ob es nun das Internet oder die Dampfmaschine war. Es ist kein Zufall, dass man KI-Skeptiker nun auch als Maschinenstürmer bezeichnet: wie die Textilarbeiter, die im 19. Jahrhundert Fabrikmaschinen zerstörten, um gegen die Industrialisierung zu protestieren."
Mit der Debatte über die Zukunft von Bundeskanzler Merz befasst sich der MÜNCHNER MERKUR:
"Eine gute und eine schlechte Nachricht erreichte den Kanzler übers Wochenende aus München. Die gute: Bayernregent Markus Söder verspricht, den Kanzler nicht stürzen zu wollen. Die schlechte: Der CSU-Chef schließt auch nicht aus, als Nachfolger bereitzustehen, falls die CDU zur Tat schritte."
Die MÄRKISCHE ODERZEITUNG aus Frankfurt (Oder) steht der Kanzlertausch-Debatte skeptisch gegenüber.
"Der Stuhl wankt aber auch so stark, weil intern immer mehr Personen am Stuhl zu sägen scheinen. Dabei möchte man die Zimmermeister fragen: Glaubt ihr wirklich, dass ein Kanzlertausch zu großer Veränderung führen wird, die Reformen plötzlich beliebter macht und die Union über Nacht wieder zur Volkspartei mit über 30 Prozent in den Umfragen katapultiert?"