15. September 2026
Blick in die Zeitungen von morgen

Großes Thema ist die angekündigte Entlastung bei den Spritpreisen. Dazu schreibt die STUTTGARTER ZEITUNG:

    Anzeige einer Zapfsäule an einer Star-Tankstelle während eines Tankvorgangs. Das Display zeigt 89,00 Euro für 37,57 Liter Kraftstoff
    Anzeige einer Zapfsäule an einer Star-Tankstelle während eines Tankvorgangs. Das Display zeigt 89,00 Euro für 37,57 Liter Kraftstoff (IMAGO / STEINSIEK.CH (Symbolbild))
    "An Tankstellen tönt Volkes Stimme gerade besonders schrill. Die Preise explodieren. Autofahrer fühlen sich 'abgezockt', fordern Eingriffe des Staates. Die Spritpreisinflation ist Öl ins Feuer des mancherorts ohnehin schon lodernden Volkszorns. Tanken wird zum Politikum."
    Die GLOCKE aus Oelde stellt die Frage:
    "Wie will Merz entlasten? Ein Spritpreisdeckel ist nicht zielgerichtet. Wird der Preis künstlich niedrig gehalten, bleibt die Nachfrage hoch, obwohl das Angebot knapp ist. Es gibt keinen Anreiz zum Spritsparen. Die Forderung nach einer Übergewinnsteuer ist populistischer Unsinn. Schon 2022 scheiterte diese Maßnahme, weil 'Übergewinne' nicht seriös und gerichtsfest zu ermitteln sind."
    Die TAZ analsyiert: "Schuld an den hohen Preisen in Deutschland ist auch die Gier der Mineralölkonzerne. Sie treiben die Spritpreise in die Höhe und kassieren allesamt zusätzliche Milliardengewinne. Ein Spritpreisdeckel würde beides bändigen: die Kosten für Verbraucher und die Übergewinne der Ölkonzerne. Außerdem hätte er den Vorteil, dass der Staat kaum Geld für die Einführung aufwenden müsste."
    Auch der TAGESSPIEGEL fragt: "Wo bleibt der Spritpreisdeckel, von dem man aus Deutschlands Nachbarländern hört? Warum ist dort möglich, was hierzulande ausbleibt? Was soll dieses ganze Problematisieren von Maßnahmen, wozu die Detailschilderungen aus juristischen Winkeln heraus."
    Die MÄRKISCHE ODERZEITUNG hält dagegen: "Ein Spritpreisdeckel hat Nachteile: Er würde den Wettbewerb noch weiter einschränken. Abschreckendes Beispiel: In Ungarn führte ein Preisdeckel 2022 zu Engpässen bei Sprit, Panikkäufen und zur Pleite vieler Tankstellen. Er musste überstürzt wieder aufgehoben werden."
    Zu befürchten ist, laut FAZ, "dass am Ende wieder etwas beschlossen wird, das oberflächlich die Probleme lindert, sie im Inneren aber noch verschärft. So war es schon im April mit dem Tankrabatt. Rund 1,6 Milliarden Euro Steuergeld sind geflossen. Profitiert davon haben auch viele, die keine staatliche Hilfe benötigt hätten. Überspitzt formuliert: Die mit Bus und Bahn zur Arbeit pendelnde Verkäuferin hat dem SUV fahrenden Banker die Fahrt subventioniert."
    Die MEDIENGRUPPE BAYERN empfiehlt: "Von einem neuen Tankrabatt kann nur abgeraten werden. Mit der Gießkanne Steuergeld an alle zu verteilen – bedürftig oder nicht –, reißt immense Löcher in den Haushalt. Eine Übergewinnsteuer lässt sich nicht seriös berechnen und wäre – wie auch ein Preisdeckel – ein Markteingriff mit nicht absehbaren Folgen. Bleiben direkte Hilfen für einkommensschwache Haushalte: Diese Idee ist schnell umzusetzen und würde Unmut dämpfen – gerade bei jenen, die immer mehr Gerechtigkeit einfordern."