Südamerika
Bolivien verlängert Ausnahmezustand

In Bolivien hat die Nationalversammlung den seit Juni geltenden Ausnahmezustand verlängert.

    Eine Lehrerin hält während einer regierungskritischen Demonstration in La Paz, Bolivien, einen leeren Topf in der Hand.
    Boliviens Präsident Paz hatte den Notstand nach wochenlangen Protesten von Gewerkschaften und Opposition ausgerufen. (Juan Karita / AP / dpa)
    Nach langer Debatte stimmte eine Mehrheit der Abgeordneten für einen entsprechenden Vorstoß von Präsident Paz. Die Regierung rechtfertigte den Schritt mit den sozialen Unruhen im Land, wie die Zeitung "La Razón" berichtet. Von Seiten der Regierung hieß es, der Ausnahmezustand und die Möglichkeit, das Militär gegen die Proteste einzusetzen, habe die Lage im Land beruhigt. Kritiker sprachen dagegen von Repression.
    Paz hatte den Notstand nach wochenlangen Protesten von Gewerkschaften und Opposition ausgerufen. Ausgelöst wurden sie durch Maßnahmen der konservativen Regierung, darunter die Streichung von Treibstoff-Subventionen. Kiritisiert wurde auch der Umgang mit der indigenen Bevölkerung. Straßenblockaden führten zu Versorgungsengpässen. Bei Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften kamen 22 Menschen ums Leben.
    Diese Nachricht wurde am 18.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.