Dienstag, 27. Februar 2024

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Boom klassischer Saxofonquartette
Back to the roots

Von seinem Erfinder eigentlich fürs Sinfonieorchester gedacht, hat das Saxofon eine wechselvolle Geschichte durchlaufen. Als klassisches Instrument erlebt es jetzt mit der Gründung zahlreicher Quartette einen Aufschwung und kehrt so gewissermaßen zu seinen Wurzeln zurück.

Von Elisabeth Richter | 11.08.2020
    Drei Männer und eine Frau stehen überwiegend dunkel gekleidet mit vier unterschiedlich großen Saxophonen in der Hand vor einer weißen Wand.
    Gründete sich 2009 an der HMT München und studierte Kammermusik in der Klasse des Artemis Streichquartetts in Berlin: das Arcis Saxophon Quartett. (Harald Hoffmann)
    Der Belgier Adolphe Sax stellte sich 1840 sein neu erfundenes Instrument vor allem als Klangelement im klassischen Orchester vor. Doch erst Anfang des 20. Jahrhunderts konnte sich das Saxofon durchsetzen - im Jazz! In Sinfonieorchestern hat das Zwitterinstrument - Metallkorpus und Rohrblattmundstück - nach wie vor selten Auftritte. Aber in den letzten Jahren zeigt sich eine andere Bewegung: Klassische Saxofonquartette sprießen wie Pilze aus dem Boden - das Signum Saxophone Quartet und das Arcis Saxophon Quartett sind nur zwei von vielen Beispielen. Sie alle profitieren von der Pionierleistung des legendären klassischen Saxofonisten Sigurd Raschèr (1907-2001). Er inspirierte viele Komponisten zu Werken und gründete 1969 sein Raschèr Saxophone Quartet, das bis heute existiert und viele jüngere Quartette prägt.