Nordirland
Britischer Nordirlandminister Benn: Unruhen werden im Internet geschürt

In Nordirland ist es den zweiten Abend in Folge zu Gewalt bei rassistisch motivierten Protesten gekommen. In der Belfaster Vorstadt Newtownabbey ging die Polizei mit Wasserwerfern gegen Steine werfende Menschen vor, die nach Angaben der Behörden von rechtsextremen Aktivisten aufgestachelt worden waren.

    Zu sehen ist ein großes Aufgebot an Polizeikräften und Einsatzfahrzeugen. In der Nähe lodern Feuer, aus einem Wasserwerfer wird ein Wasserstrahl in eine Richtung gehalten.
    Einsatz von Wasserwerfern in der Belfaster Vorstadt Newtownabbey (Peter Morrison / AP / dpa / Peter Morrison)
    Erneut seien Feuer gelegt und Gegenstände wie Ziegelsteine, Flaschen und Steine auf die Einsatzkräfte geworfen worden. Ähnliche Ausschreitungen wurden von Reportern im Glengormley nördlich von Belfast beobachtet. In der nordirischen Hauptstadt selbst blieb es indes ruhig, nachdem die Polizei ihre Präsenz dort erheblich verstärkt hatte. Zudem blieben viele Schulen und Geschäfte geschlossen.

    Benn will Kontrollmaßnahmen bei Asylanträgen verstärken

    Die Proteste wurden nach den Worten des britischen Nordirlandministers Benn in den Sozialen Medien geschürt. Benn sagte auf die Frage, ob die Unruhen rassistisch seien, wie sollte man sie sonst beschreiben. Zugleich kündigte er an, zusammen mit den irischen Behörden die Kontrollmaßnahmen bei den Asylanträgen zu verstärken.
    Auslöser der Krawalle war ein Messerangriff, bei dem ein Mann am Montag schwerstverletzt worden war. Für einen 30-jährigen Sudanesen wurde Untersuchungshaft angeordnet.

    Aus dem Deutschlandfunk-Programm:

    Ausschreitungen in Großbritannien und Nordirland (Audio)
    Diese Nachricht wurde am 11.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.