Sachsen-Anhalt
BSW bekräftigt, AfD-Vordenker Tillschneider nicht gewählt zu haben

Das BSW hat noch einmal betont, den AfD-Politiker Tillschneider nicht zum Landtags-Vizepräsidenten gewählt zu haben.

    Tobias Rausch (r, AfD) gratuliert Hans-Thomas Tillschneider (AfD) zu dessen Wahl zum stellvertretenden Landtagspräsidenten während der konstituierenden Sitzung des Landtags in Sachsen-Anhalt. Rausch hält Blumen in der Hand.
    Tobias Rausch (r) und Hans-Thomas Tillschneider: Beide haben Stimmen bekommen, die vorab nicht angekündigt waren. (picture alliance / dpa pool / Jan Woitas)
    Der Generalsekretär der Partei, Ruhnert, sagte dem MDR, man habe klar gesagt, dass man ihn wegen dessen inhaltlichen Einstellungen nicht mitwähle. Tillschneider, der als rechter Vordenker der Landespartei gilt, hatte fünf Stimmen mehr erhalten, als die AfD Sitze im Landtag hat.
    Ruhnert lenkte den Blick auf die CDU. Das Abstimmungsergebnis lege nahe, dass sich zumindest Teile der CDU eine Mehrheit mit der AfD vorstellen könnten. CDU-Fraktionschef Schulze verwies dagegen auf interne Absprachen, gegen Tillschneider zu stimmen und sich bei der Wahl des Landtagspräsidenten Rausch, ebenfalls von der AfD, zu enthalten. CDU-Chef und Bundeskanzler Merz warnte seine Partei, wer seine Stimme der AfD gebe, spiele das Spiel der Extremisten und zerstöre Glaubwürdigkeit. CDU-Vize Prien sagte im RBB, sollten Kollegen für Rausch gestimmt haben, sei das vollkommen inakzeptabel. Es gebe eine klare Beschlusslage der CDU gegen eine Zusammenarbeit mit der AfD, betonte die Familienministerin.
    Derweil droht der CDU-Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt eine Spaltung. Nach Informationen des MDR erwägen mehrere Abgeordnete, die Fraktion zu verlassen.
    Diese Nachricht wurde am 08.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.