Freitag, 27. Mai 2022

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Bücher für junge Leser

Ihre Emigrationsgeschichte kurz vor der Machtergreifung Hitlers thematisierte die Schriftstellerin Judith Kerr in einer Roman-Trilogie. Der erste Teil, "Als Hitler das rosa Kaninchen stahl", wurde zu einem der bekanntesten Bücher zum Holocaust. Ute Wegmann sprach mit ihr über ihre Kindheit, das Leben als Flüchtling und das Zeichnen.

Moderation: Ute Wegmann | 13.08.2011

"Als Hitler das rosa Kaninchen stahl" – so lautet der Titel eines Romans, der erste Teil einer Trilogie, der vor 40 Jahren ins Deutsche übersetzt wurde und seitdem Schullektüre ist. Die Geschichte des jüdischen Mädchens Anna, die mit ihrer Familie Deutschland verlassen muss. Und fast alles zurücklässt. Auch das geliebte rosa Kaninchen.

Autorin der Trilogie, aber auch zahlreicher Bilderbücher ist Judith Kerr. Ihr erstes Bilderbuch "Ein Tiger kommt zum Tee" entstand 1968 und ist fünf Millionen mal verkauft. Judith Kerr wurde 1923 in Berlin geboren und lebte dort bis 1933. Ihr Vater, der bekannte Theaterkritiker Alfred Kerr musste fluchtartig Deutschland verlassen. Über Prag floh er nach Zürich, und seine Frau folgte ihm mit den beiden Kindern Judith und Michael kurz vor der Machtergreifung Hitlers.

Im Museum of Childhood hat man Judith Kerr eine Ausstellung gewidmet. Die Eröffnung war Ende Mai 2011. Dort findet man ihre ersten Zeichnungen, schwarz-weiß Fotografien ihrer Familie, eine Karte mit dem Weg ihrer Flucht. Vor allem aber alle ihre Bilderbuchfiguren: Der Kater Mog, der Tiger, Familie Thomas.

Wir sprachen über:
1.Als Hitler das rosa Kaninchen stahl (Band 1), Erstausgabe 1971, ab 12 Jahre
Warten bis der Frieden kommt (Band 2)
Eine Art Familientreffen (Band 3)
2.Ein Tiger kommt zum Tee
3. Die Abenteuer von Mog, dem verflixten Kater
4. Goodbye Mog

Alle ins Deutsche übersetzten Bücher erschienen im Ravensburger Buchverlag.
Das Bilderbuch My Henry wurde im April 2011 bei HarperCollins veröffentlicht.