Kabinett
Bund will Luftfahrt stärken - Kritik von Umwelt- und Verkehrslobbyisten

Die Bundesregierung will die Luftfahrtindustrie in Deutschland stärken. Dazu hat das Kabinett am Vormittag eine Strategie beschlossen. Darin wird das Ziel formuliert, Deutschland als führende Luftfahrtnation zu positionieren, die ökonomisch und technologisch wettbewerbsfähig, souverän, resilient und nachhaltig sei.

    Blick von oben: Verschiedene Flugzeuge stehen an den Gates des Flughafens Frankfurt/Main.
    Das Bundeskabinett hat eine Luftfahrtstrategie beschlossen. (picture alliance / dpa / Jan Woitas)
    Die Bundesregierung spricht von einem wesentlichen Faktor für wirtschaftliche Stärke, Innovationskraft und Beschäftigung. Die Luftfahrtindustrie leiste zudem einen unverzichtbaren Beitrag zur Aufgabenerfüllung und Einsatzbereitschaft der Bundeswehr.
    Verkehrs- und Umweltlobbyisten kritisierten das Papier als unzureichend. Es werde weiterhin vor allem auf Wachstum ‌und Wettbewerbsfähigkeit gesetzt, ohne ausreichende Antworten ⁠auf die Herausforderungen des Klima-, Gesundheits- und Ressourcenschutzes zu geben, erklärten die Bundesvereinigung gegen Fluglärm, der Verkehrsclub Deutschland und die Umweltschutzorganisation Germanwatch.

    "Kollektive Unentschlossenheit bei klimaneutralen Kraftstoffen"

    Die für klimaneutralen Flugverkehr zuständige Referentin von Germanwatch, Köhne, sagte im Deutschlandfunk, es gebe eine kollektive Unentschlossenheit bei klimaneutralen Kraftstoffen für die Luftfahrt. Das spiegele sich auch in der neuen Strategie der Bundesregierung wider. Man benötige bis zur Mitte des Jahrhunderts ausreichend solcher Treibstoffe, um klimaneutral zu werden. Jedoch werde dies von Herstellern, der Industrie und auch der Bundesregierung nur halbherzig angegangen. Köhne betonte, Deutschland habe in diesem Bereich aber einen immensen Zukunftsmarkt.

    Aus dem Deutschlandfunk-Programm

    Bundesregierung beschließt Luftfahrtstrategie
    Diese Nachricht wurde am 11.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.