
Die Regierung habe viele wichtige Beschlüsse gefasst und Reformen eingeleitet. In diesem Jahr müsse man aber mit aller Kraft weiterkommen als bisher. Der Kanzler räumte ein, dass man nach dem Regierungswechsel nicht deutlich genug gemacht habe, dass die Reformanstrengungen nicht von heute auf morgen geschafft würden. Er stehe aber weiter zu ehrgeizigen Zielen.
Außerdem verteidigte Merz den sozialpolitischen Kurs seiner Partei. Man unterstelle niemandem Faulheit. Deutschland sei weiter ein leistungsstarkes Land. Es sei eine böswillige Unterstellung, dass die CDU nicht nah genug an den Menschen dran sei. Merz betonte zugleich, manche wollten nicht wahrhaben, dass man ein paar falsche Anreize im System habe und die Leistungsfähigkeit durch ein Bürokratiekorsett abgeschnürt werde. Das werde man gemeinsam mit der SPD ändern. Im Vorfeld des Bundesparteitags hatte unter anderem ein Antrag aus den Reihen der CDU zum Recht auf Teilzeit für Kritik gesorgt.
Merz rief zu mehr Optimismus auf. Deutschland sei weiter ein leistungsfähiges und starkes Land. Ein starkes Deutschland sei Voraussetzung für ein starkes Europa. Der Kanzler grenzte sich erneut von der AfD ab und betonte, Zustimmung ausschließlich in der politischen Mitte zu suchen.
Zum Auftakt der Rede hatte Merz sich zur weltpolitischen Lage geäußert und seine Partei zu Mut und Verantwortungsbereitschaft aufgerufen. Die großen Fragen unserer Zeit könnten nur europäisch beantwortet werden, sagte Merz und sprach von einem "wertegebundenen Realismus".
Der Kontinent sei stark und leistungsfähig und biete eine Alternative zu Imperialismus und Autokratie. Zugleich forderte Merz, dass Europa die Sprache der Macht sprechen lernen müsse. Er verlangte eine stärkere Verteidigungsfähigkeit und wirtschaftliche Entwicklung. Der Kanzler verwies ausdrücklich auf die angespannten transatlantischen Beziehungen. Zugleich sicherte er zu, sich weiter für ein enges Verhältnis mit den USA einzusetzen.
Das Treffen der rund eintausend Delegierten dient der Positionsbestimmung nach neun Monaten schwarz-roter Koalition sowie der Einstimmung auf das Wahljahr. Der Parteivorsitzende und Bundeskanzler Merz sowie der Vorstand stellen sich am Nachmittag zur Wahl. Als Gast des Treffens ist die frühere CDU-Vorsitzende und Bundeskanzlerin Merkel dabei.
Diese Nachricht wurde am 20.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
