Golfregion
Bundeskanzler Merz will Beziehungen zu Katar, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten ausbauen

Bundeskanzler Merz beendet heute seine Reise durch die Golfregion in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Zuvor hatte der CDU-Vorsitzende Katar und Saudi-Arabien besucht. Deutschland müsse angesichts der Weltlage seine Beziehungen zu den Staaten ausbauen, sagte der Kanzler.

    Bundeskanzler Friedrich Merz, CDU (li) wird von Kronprinz Mohammed bin Salman am Yamama Palast empfangen
    Bundeskanzler Merz (CDU) will in der Golfregion "strategische Partnerschaften" schließen. In Saudi-Arabien hat er sich mit Kronprinz bin Salman getroffen. (picture alliance / dpa / Kay Nietfeld)

    Merz hält Beziehungen zu Golfstaaten angesichts der Weltlage für zentral

    Deutschland brauche solche Partnerschaften mehr denn je in einer Zeit, in der zunehmend Großmächte die Politik bestimmten, erklärte Merz bereits im Vorfeld seiner Reise. Es gebe sicherlich Differenzen bei Themen wie Menschenrechte, dennoch sei die Zusammenarbeit wichtig.
    In Katar und Saudi-Arabien sagte Merz eine engere Kooperation in Rüstungsfragen zu. Das sei im gegenseitigen Interesse, denn man wolle dafür sorgen, dass die Welt sicherer werde. Die beiden Golfstaaten könnten sich auf eine Rüstungszusammenarbeit verlassen, die intensiver sein werde als in den vergangenen Jahren. Der Kanzler betonte zugleich, dass es bei Ausfuhren von Rüstungsgütern aus Deutschland auch künftig Einzelfallprüfungen geben werde.

    Flüssiggas aus Katar

    Zudem will Merz auch die Wirtschaftsbeziehungen intensivieren. Er verwies darauf, dass bislang die deutschen Exporte hauptsächlich Maschinen ‌und chemische Produkte umfassten, angestrebt werde aber mehr. Enger zusammenarbeiten will der Kanzler mit dem Golfstaaten bei der Energieversorgung. Er erklärte, bisher beziehe man zwei Millionen Tonnen Flüssiggas pro Jahr aus Katar. Die Menge müsse erhöht werden, um Abhängigkeiten zu reduzieren und für eine zuverlässige Energieversorgung in Deutschland zu sorgen.
    Merz verwies auch auf die enormen wirtschaftlichen Möglichkeiten in ‌den Golfstaaten. So belaufe sich das Handelsvolumen auf rund elf Milliarden Euro, mit steigender Tendenz. Neben Aufträgen für deutsche Firmen gehe es aber auch ​darum, dass etwa die saudischen Staatsfonds mehr in Deutschland investieren. "Hier geht noch mehr", betonte Merz.

    Hochrangige Wirtschaftsdelegation

    Begleitet wurde der Kanzler bei seiner Reise von einer Wirtschaftsdelegation. Dazu zählten unter anderem Airbus-Chef Guillaume Faury, Uniper-Chef Lewis, DHL-Boss Tobias Meyer und der Vorstandsvorsitzende von Diehl ​Defence, Helmut Rauch.

    "Menschenrechtsverletzungen sind benennbar und dokumentiert"

    Menschenrechtsorganisationen warfen Merz wurde vor, sich während der Reise nicht ausreichend für Menschenrechte eingesetzt zu haben. Der Präsident des Hilfswerks Missio Aachen, Bingener, sagte dem Portal "katholisch.de", eine Politik, die wirtschaftliche Interessen ohne klare Werteorientierung verfolge, untergrabe am Ende ihre eigenen Ziele. Bingener nannte Merz' Aussage irritierend, dass man die Golfstaaten nicht unter Generalverdacht stelle. Die Menschenrechtsverletzungen sein klar benennbar und gut dokumentiert, es handele sich dabei nicht um Pauschalverurteilungen.
    Diese Nachricht wurde am 06.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.