Reise nach Riad
Bundeskanzler Merz will in den Golfstaaten "strategische Partnerschaften" schließen

Bundeskanzler Merz ist nach Riad aufgebrochen, um mit den Golfstaaten neue strategische Partnerschaften zu schließen.

    Schönefeld: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) geht zum Airbus A350 der Luftwaffe auf dem militärischen Teil der Flughafens BER Berlin-Brandenburg für den Flug nach Saudi-Arabien.
    Bundeskanzler Friedrich Merz reist in die Golfregion. (Kay Nietfeld / dpa / Kay Nietfeld)
    Geplant sind nach Angaben aus Regierungskreisen Gespräche mit Saudi-Arabien, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Ein Thema soll der Import von Flüssigerdgas sein. Vertreter aus der Wirtschaft begrüßten die Reise. Der Bundesverband der Deutschen Industrie erklärte, in Zeiten geopolitischer Spannungen sei eine intensivere Beziehung zu den Golfstaaten ein wichtiges Signal.
    Vor allem im Energiebereich soll die Kooperation Deutschlands mit den öl- und gasreichen Ländern gestärkt werden. Es wird aber auch um Rüstungsgeschäfte gehen. Waffenexporte in die drei autokratisch geführten Länder wurden wegen der Menschenrechtslage und Beteiligung an regionalen Konflikten von den Vorgängerregierungen lange Zeit zurückhaltend gehandhabt. Die Regierung unter Merz will den restriktiven Kurs nun lockern. 
    Amnesty International forderte von Merz, das Thema Menschenrechte anzusprechen. Amnesty prangert unter anderem die hohe Zahl von Hinrichtungen in Saudi-Arabien an.

    Sorge um die Lage im Iran

    Ein wichtiges Thema wird auch die Zuspitzung der Lage im und um den Iran sein. Die Sorgen vor einer neuen militärischen Auseinandersetzung waren zuletzt wieder gewachsen. US-Präsident Trump drohte der Staatsführung in Teheran mehrfach mit Militärschlägen, auch wegen der Niderschlagung der jüngsten Massenproteste. Dabei sollen Menschenrechtsorganisationen zufolge Zehntausende getötet worden sein. Das US-Militär hat seine Präsenz in der Region seit Anfang Januar deutlich ausgebaut, nun soll es Berichten zufolge aber Verhandlungen mit dem Iran geben.

    Reiche unterzeichnet Absichtserklärung

    Vor dem Bundeskanzler war bereits Bundeswirtschaftsministerin Reiche, ebenfalls CDU, mit einer Wirtschaftsdelegation in Saudi-Arabien zu Gast. Gemeinsam mit dem saudischen Energieminister Abdulasis unterzeichnete sie unter anderem eine Absichtserklärung zur stärkeren Zusammenarbeit im Energiebereich.

    Aus dem Deutschlandfunk-Programm

    Bundeswirtschaftsministerin Reiche in Saudi-Arabien (Audio)
    Diese Nachricht wurde am 04.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.