Fußball
Bundesliga-Schiris wollen wieder mehr Respekt durchsetzen

Vor der neuen Saison der Fußball-Bundesliga fordern die deutschen Schiedsrichter mehr Respekt und Fairness von den Spielern ein. Insbesondere unschöne Szenen, wie sie sich zuletzt bei der Weltmeisterschaft in Nordamerika ereignet haben, sollten sich hierzulande nicht wiederholen.

    Ein Spieler schreit mit weit aufgerissenem Mund einen Schiedsrichter an.
    Symbolbild zum Thema Anbrüllen eines Schiedsrichters (picture alliance / ASSOCIATED PRESS / Mark J. Terrill)
    Beim Umgang mit Unsportlichkeiten sei die WM "sicher nicht beispielgebend" für die Bundesliga gewesen, sagte Marco Fritz, Leiter Evaluation der DFB Schiri GmbH in Frankfurt am Main. Als Beispiele nannte er das Anschreien des Referees nach einer Entscheidung, Verhinderung einer schnellen Spielfortsetzung oder die Missachtung des sogenannten Kapitändialogs. Mit Letzterem gemeint ist eine im Juli 2024 eingeführte Kommunikationsregelung, bei der sich nach spielentscheidenden Szenen nur der Teamkapitän dem Schiedsrichter nähern darf. Alle anderen Spieler müssen einen Mindestabstand von vier Metern einhalten, um unkontrollierte Rudelbildungen und lautstarke Diskussionen zu verhindern. Bei der WM wurde insbesondere diese Regel missachtet, so gab es regelmäßig Rudelbildungen um den Referee. Nun aber wolle man das Spiel wieder sauberer und schneller haben, fügte der frühere Bundesliga-Schiedsrichter Fritz hinzu.

    Konsequentere Ahndung angekündigt

    Daniel Siebert, der in diesem Sommer das Champions-League-Finale zwischen Paris Saint-Germain und Arsenal London pfiff, stellte auf dem DFB-Campus drei, wie es hieß, "Grundsätze nach der WM" vor: "Wir schützen das Image des Fußballs. Wir schützen die Gesundheit der Spieler. Wir ahnden Unsportlichkeiten konsequent." In diesem Zusammenhang wies der 42 Jahre alte Berliner im Namen seiner Branche explizit darauf hin, dass die Kapitänsregel weiter Bestand habe. Darüber hinaus betonte er: "Wir fördern schnelle Spielfortsetzungen." Deshalb würden auch mehrere bei der WM angewandte Regeln in Deutschland übernommen, um das Zeitschinden bei Abstößen, Eckbällen, Einwürfen und Spielerwechseln zu verhindern. 
    Konsequent ahnden will der DFB auch Fehlverhalten von Trainern und Betreuern an der Seitenlinie, die ihre Emotionen und ihren Diskussionsbedarf oft am vierten Mann auslassen. "Er ist nicht der Abfalleimer für die Coaching-Zone", erklärte Evaluations-Leiter Fritz und fügte hinzu: "Wir hatten in der letzten Saison so viele Verwarnungen wie noch nie und sind da dran, dass wir eine Verhaltensänderung hinkriegen. Ich würde mir es wünschen."
    Diese Nachricht wurde am 18.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.