Debatte um Einsatz von Künstlicher Intelligenz
Bundestagspräsidentin Klöckner fordert, KI-Nutzung kenntlich zu machen - F.A.Z.-Herausgeber verteidigt Sperrung von Gastbeitrag

In der Debatte um den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Reden und Texten von Politikern hat Bundestagspräsidentin Klöckner gefordert, deutlich kenntlich zu machen, was daran KI-generiert sei. Anlass war die Entscheidung der F.A.Z., einen Gastbeitrag des thüringischen Ministerpräsidenten Voigt wegen der Verwendung von KI zu sperren.

    Julia Klöckner, Präsidentin des Deutschen Bundestages
    Bundestagspräsidentin Julia Klöckner verteidgt den Einsatz von KI in Texten, mahnt aber zu einer deutlichen Kennzeichnung. (picture alliance/dts-Agentur/dts Nachrichtenagentur GmbH)
    Vor Journalisten in Berlin sagte Klöckner, das Thema beschäftige auch die Bundestagsverwaltung, wo KI ebenfalls zum Erstellen von Texten eingesetzt werde. Es gehe dabei nicht mehr um die Frage des Ob, sondern des Wie. Man habe eine Verantwortung, wenn man KI nutze.

    Thüringischer Ministerpräsident Voigt verteidigt Einsatz von KI in Gastbeitrag

    Der thüringische Ministerpräsident Voigt verteidigte den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in seinen Texten. Der CDU-Politiker sagte dem Berliner "Tagesspiegel", Politik und Landesverwaltung in Thüringen würden verstärkt auf KI setzen. Diese sei längst "Teil moderner Kommunikation".
    Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" hatte Voigts Gastbeitrag zum Thema Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche von ihrer Webseite gelöscht, nachdem das Online-Portal "Frag den Staat" darin starke Hinweise auf die Nutzung von Künstlicher Intelligenz gefunden hatte.

    F.A.Z.-Herausgeber: Veröffentlichen keine von der KI geschriebenen Texte

    Es gebe KI-Richtlinien für das eigene Haus, die festlegten, dass die Texte nicht von der KI geschrieben werden dürfen, sagte der Herausgeber der F.A.Z, Kaube, im Deutschlandfunk. Und daran müssten sich auch die Verfasser von Beiträgen halten, die von außen kommen. Mit der Entscheidung, Voigts Beitrag zu löschen, sage man den Leuten, "wenn ihr hier Texte einreicht, die nicht ihr geschrieben habt, sondern die von der Maschine produziert worden sind, dann ist das das Ende der Geschäftsbeziehung". Die Wahrscheinlichkeit, dass die F.A.Z. noch einmal einen Text des thüringischen Ministerpräsidenten drucke, "liege bei null", erklärte Kaube.
    Diese Nachricht wurde am 11.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.