Medienbericht
Bundeswehr brach nach 9/11-Anschlägen offenbar ohne Mandat des Bundestags nach Afghanistan auf

Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA ist die Bundeswehr laut einer NDR-Recherche offenbar ohne Mandat des Bundestags zu ihrem ersten Einsatz nach Afghanistan aufgebrochen.

    Ein Bundeswehsoldat sichert am 11.12.2013 in Masar-i-Scharif (Afghanistan) die Straße.
    Deutsche Soldaten in Afghanistan (Archivbild) (picture alliance / dpa / Maurizio Gambarini)
    Demnach gehörten ein Oberstleutnant und ein Major des Kommandos Spezialkräfte, KSK, zu einem Vorauskommando der US-Armee, das am 14. November 2001 in Afghanistan landete. Das gehe aus Unterlagen und Schilderungen damals Beteiligter hervor. Der Bundestag beschloss erst zwei Tage später mit knapper Mehrheit den umstrittenen Einsatz im Rahmen der Operation "Enduring Freedom", verbunden mit einer Vertrauensfrage des damaligen Bundeskanzlers Schröder. Ein Bekanntwerden der Vorabmission hätte nach Einschätzung mehrerer ehemaliger Politiker, darunter des damaligen Verteidigungsministers Scharping, die Abstimmung beeinflussen können.
    Die Bundeswehr ist eine Parlamentsarmee. Ein bewaffneter Auslandseinsatz bedarf grundsätzlich der vorherigen Zustimmung des Deutschen Bundestages. Nur bei Gefahr im Verzug kann die Bundesregierung Einsätze vorläufig anordnen; die Parlamentszustimmung ist dann unverzüglich nachzuholen.
    Diese Nachricht wurde am 03.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.