
Die Zahlen auf Kreisebene: CDU 27,2 Prozent (minus 4,5) - SPD 24,6 Prozent (minus 5,4) - AfD 15,9 Prozent (plus 11,3) - Grüne 14,1 Prozent (minus 1,8) - Linke 6,0 Prozent (plus 3,2) - FDP 3,7 Prozent (minus 2,8).
Die Wahlbeteiligung lag bei 64,6 Prozent und stieg damit. Fünf Jahre zuvor hatten 57,0 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.
Kommunale Spitzenämter entschieden
In der Landeshauptstadt Hannover wird es in zwei Wochen zu einer Stichwahl kommen. Nach Auszählung aller Stimmen lag der amtierende Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) mit 45,6 Prozent zwar deutlich vor seinem Herausforderer, dem SPD-Politiker Axel von der Ohe, der 21,5 Prozent erhielt. Er kam jedoch nicht auf eine absolute Mehrheit.
In Wolfsburg erhielt Amtsinhaber Dennis Weilmann (CDU) 50,1 Prozent der Stimmen. Auf Platz zwei landete der SPD-Kandidat Oliver Schneider mit 15,5 Prozent vor dem AfD-Politiker Thomas Schick mit 14,1 Prozent. Weil Weilmann die absolute Mehrheit geholt hat, ist in Wolfsburg keine Stichwahl mehr notwendig.
Auch in Wilhelmshaven wurde die Oberbürgermeisterwahl entschieden. Dort setzte sich die parteilose Politikerin Eva Maria Haarmann mit mehr als 55 Prozent der Stimmen durch und wird erste Oberbürgermeisterin der Stadt.
In Salzgitter zog AfD-Kandidatin Patricia Mair gegen Amtsinhaber Frank Klingebiel (CDU) in die Stichwahl um das Oberbürgermeisteramt ein. Der amtierende Oberbürgermeister Klingebiel vereinte 45,61 Prozent der Stimmen auf sich, Mair kam auf 25,67 Prozent.
Rund 6,3 Millionen Menschen waren aufgerufen, in den Landkreisen, Städten und Gemeinden ihre Kommunalvertretungen zu wählen, außerdem wurden Oberbürgermeister, Bürgermeister und Landräte gewählt.
Stimmungstest für Land und Bund
Die Kommunalwahl gilt nicht nur als ein Stimmungstest im von Rot-Grün regierten Niedersachsen vor der nächsten Landtagswahl. Eine Woche nach dem AfD-Erfolg bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und eine Woche vor den nächsten Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin waren die Kommunalwahlen zudem ein Gradmesser, wie die AfD derzeit in einem westdeutschen Flächenland abschneidet.
Bei den Kommunalwahlen 2021 in Niedersachsen hatte die AfD auf Kreisebene 4,6 Prozent erreicht. Anders als damals wird der niedersächsische Landesverband inzwischen vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisches Beobachtungsobjekt geführt. Die Partei wehrt sich juristisch dagegen. Vier AfD-Kandidaten wurden wegen Zweifeln an ihrer Verfassungstreue nicht zur Wahl zugelassen.
CDU-Landeschef Lechner räumte mit Blick auf die Diskussionen um die Bundespolitik ein, die CDU habe ein "Glaubwürdigkeitsproblem" und auch in Niedersachsen den Unmut über Berlin gespürt.
Diese Nachricht wurde am 14.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
