Nach ZDF-Absage
Danger Dan und Igor Levit spielen Ersatzkonzert in Berlin

Die Musiker Danger Dan und Igor Levit haben nach der Absage ihres ZDF-Auftritts ein Ersatzkonzert in Berlin gespielt und sich gegen Rechtsextremismus starkgemacht. Dabei spielten sie auch den umstrittenen Song "Keine Angst".

    Ein Schild am Comlumbia Theater weist auf ein Konzert der Musiker Danger Dan und Igor Levit hin.
    Danger Dan und Igor Levit gaben ein Ersatzkonzert in Berlin. (picture alliance / dpa / Julia Kilian)
    In der vergangenen Woche habe es eine große Debatte gegeben, ob es okay gewesen sei oder nicht, sie aus einer ZDF-Sendung auszuladen, sagte Danger Dan im Columbia Theater. Die Debatte, die man eigentlich hätte führen müssen, sei aber die Frage, wie man mit Faschistinnen und Faschisten umgehe, die gerade in die Parlamente gingen und auf der Straße seien. "Wie gehen wir um mit rechter Gewalt, die explosionsartig anwächst und immer brutaler wird?", so Danger Dan.
    Eigentlich wollte der Musiker sein neues Lied "Keine Angst" gemeinsam mit Levit bei der 100. Ausgabe der Kabarettsendung "Die Anstalt" spielen, die sich mit Radikalisierung und der Wehrhaftigkeit der Demokratie beschäftigt. Kurz vor der Aufzeichnung entschied das ZDF jedoch, den Auftritt zu streichen, da der Liedtext als Aufruf zu Gewalt verstanden werden könne.

    Ruft der Song "Keine Angst" zur Gewalt auf?

    ZDF-Intendant Norbert Himmler sagte der "Süddeutschen Zeitung", die Kurzfristigkeit der Ausladung müsse sich der Sender vorwerfen lassen. "Wir hätten früher die Grundsatzfrage stellen müssen, am besten schon vor der eigentlichen Einladung", räumte er ein. Inhaltlich verteidigte er die Entscheidung aber. Seiner Ansicht nach habe man es "unzweifelhaft mit einer Gebrauchsanweisung zum linken, gewaltbereiten Widerstand zu tun", der in freundliche Grüße an linksextreme, zum Teil rechtskräftig verurteilte Gewalttäter münde, sagte Himmler.
    Diese Nachricht wurde am 22.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.