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Darts-WM"Darts ist reine Kopfsache"

Wer bei der Darts-WM in London erfolgreich sein will, muss das Gejohle im Publikum ausblenden können. Denn die Stimmung im Zuschauerraum "ist Teil der Vermarktungsstrategie", erklärt Reporter Mats Nickelsen.

Mats Nickelsen im Gespräch mit Klaas Reese | 30.12.2017

Der Niederländer Michael van Gerwen gewann Anfang 2017 die Darts-WM in London.
Der Niederländer Michael van Gerwen gewann Anfang 2017 die Darts-WM in London. (imago sportfotodienst)
Die Spieler haben eigene Walk-In-Songs, einige Zuschauer verkleiden sich - die Atmosphäre rund um die Darts-WM in London gleicht jedes Jahr aufs Neue einer riesigen Party. Eine Party, die lange Zeit von einem Mann dominiert wurde: Phil Taylor.

Der 16-fache Weltmeister aus England hat sich hochgearbeitet, vom einfachen Arbeiter zum Darts-Millionär. Mit der Darts-WM 2017/2018 wird Taylor seine erfolgreiche Karriere beenden. Heute (am 30.12.2017) steht der 57-jährige im Halbfinale - gegen den erst 26 Jahre alten Jamie Lewis. Im zweiten Halbfinale spielt der amtierende Weltmeister Michael van Gerwen aus den Niederlanden gegen den Engländer Rob Cross.
Der 57 Jahre alte Phil Taylor beendet nach der Darts-WM 2017/18 seine Karriere.
Der 57 Jahre alte Phil Taylor beendet nach der Darts-WM 2017/18 seine Karriere. (imago sportfotodienst)
Mangelhafte Professionalisierung in Deutschland
"In Deutschland gibt es bis jetzt nur zwei Männer, die vom Dartssport leben können", berichtete Dlf-Reporter Mats Nickelsen. Die Professionalisierung sei hierzulande noch längst nicht so weit fortgeschritten wie in anderen Ländern. Nach seinem überraschend guten Abschneiden bei der WM möchte nun auch Kevin Münch versuchen, sein Hobby zum Beruf zu machen. Bislang arbeitet der Bochumer noch hauptberuflich als Landschaftsgärtner.
Doping - auch im Darts ein Problem
Dass Doping auch im Dartssport und auch schon im Nicht-Profi-Bereich ein Problem ist, zeigte sich erst vor Kurzem, als bekannt wurde, dass während der German Masters im Juni 2017 zwei Teilnehmer positiv getestet wurden: Einer soll gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen haben, einer gegen das Arzneimittelgesetz. Nun seien die Landesverbände aufgefordert worden, Dopingbeauftragte einzustellen und ihre Spieler aufzuklären, erklärte Mats Nickelsen. Im Anti-Doping-Kampf gebe es noch Aufholbedarf. Weltmeister Michael van Gerwen zum Beispiel habe erklärt, er sei noch nie außerhalb großer Turniere getestet worden. Zu glauben, Doping im Darts bringe nichts, sei auf jeden Fall naiv, stellte Reporter Nickelsen fest.
Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.