Opfer nicht ernst genommen
Debatte über Antirassismus in Großbritannien nach Polizeifehler mit tragischen Folgen

In Großbritannien hat ein Video eines fehlerhaften Polizeieinsatzes mit tragischen Folgen eine Debatte über Antirassismus ausgelöst.

    Das Bild zeigt eine Demonstration. Menschen halten ein Schild hoch. Darauf steht: "Prison for police on scene"
    Proteste vor dem Polizeihauptquartier in Southampton (picture alliance / PA Images / Gareth Fuller)
    Die Aufnahmen zeigen, wie Polizisten im Dezember 2025 in der Stadt Southhampton einem schwer verletzten Studenten Handschellen angelegt hatten. Der Mann war von einem Angehörigen der Sikh-Gemeinschaft mit einem Messer attackiert worden. Obwohl der 18-Jährige mehrfach angab, dass er eine Stichverletzung habe und keine Luft mehr bekomme, wurde ihm nicht geglaubt. Das Opfer starb noch am Tatort. Der Angreifer hatte gegenüber den Polizisten behauptet, von dem weißen Studenten rassistisch attackiert worden zu sein - und wurde im Gegensatz zum Opfer von der Polizei ernst genommen.

    Starmer: "Furchbar und schockierend"

    Der britische Premierminister Starmer nannte den Vorfall furchtbar und schockierend. Untersuchungen müssten klären, wie Rassismusvorwürfe die Entscheidungen in der Situation beeinflusst hätten. Konservative und rechte Politiker machten die Rassismusbekämpfung für die Fehler der Polizisten verantwortlich. Der Vorsitzende der rechtspopulistischen Partei Reform UK, Farage, beklagte eine Zweiklassenkultur, in der die Rechte weißer Menschen weniger zählten als die von ethnischen Minderheiten. Der Rechtsextremist Robinson rief zu Protesten vor dem zuständigen Polizeihauptquartier auf.
    Diese Nachricht wurde am 02.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.