Weltalzheimertag
Demenz als große Herausforderung für Gesundheitssysteme

In Deutschland erkranken pro Tag rund 100 Menschen neu an Demenz. Anlässlich des heutigen Weltalzheimertages wird an die Herausforderungen für Betroffene und ihre Angehörigen erinnert.

    Dr. William Burke begutachtet einen PET-Gehirnscan im Banner Alzheimers Institute in Phoenix.
    Am Weltalzheimertag wird an die gesellschaftlichen Herausforderungen erinnert, die durch Demenzerkrankungen entstehen. (picture alliance / AP Photo / Matt York)
    Die Gesamtzahl der an Demenz erkrankten Menschen liegt hierzulande laut der Deutschen Alzheimer-Gesellschaft bei mehr als 1,8 Millionen. Weltweit sind etwa 55 Millionen Menschen von Demenzerkrankungen betroffen, zwei Drittel davon in Entwicklungsländern. Bis 2050 wird die Zahl voraussichtlich auf 139 Millionen steigen. Besonders dramatisch erwarten die Experten den Anstieg in China, Indien, Südamerika und Afrika südlich der Sahara.
    Bei den meisten Patienten tritt Demenz im höheren Lebensalter auf. Doch auch Menschen zwischen 45 und 65 können betroffen sein. Die Erkrankung kann viele Ursachen haben, doch bei 60 bis 70 Prozent aller Fälle ist die sogenannte Alzheimer-Krankheit der Auslöser.
    Grundsätzlich ist Demenz trotz intensiver Forschung bislang nicht heilbar. Jedoch verwies der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gerontopsychiatrie, Rapp, darauf, dass bei sogenannten sekundären Demenzerkrankungen eine Chance auf Heilung oder Besserung bestehe. Das betreffe etwa zehn bis fünfzehn Prozent der Demenzkranken. So könne etwa bei einer rechtzeitig behandelten Schilddrüsenerkrankung eine dadurch ausgelöste Demenz wieder verschwinden.

    Hohe gesellschaftliche Kosten

    Demenz-Erkrankungen verursachen nach einer Schätzung von Experten jährlich gesellschaftliche Kosten von 221,4 Milliarden Euro. Davon entfallen 58 Prozent auf die sogenannte informelle Pflege - also die Unterstützung durch Familienangehörige, Freundeskreis oder Nachbarn, die oft über Jahre hinweg Betreuungsarbeit leisten. Die restlichen 42 Prozent entfallen auf direkte medizinische und pflegerische Leistungen wie Arztbesuche, Medikamente, stationäre Behandlungen und Pflegeheime.
    Wissenschaftler verweisen darauf, dass rund 45 Prozent der Demenzen durch einen entsprechenden Lebensstil potenziell vermeidbar wären oder verzögert werden könnten. Zu den Risikofaktoren, die zu einer Entstehung von Demenz beitragen können, gehören demnach Übergewicht, Bluthochdruck, Einsamkeit, Hörverlust und Rauchen. Aber auch fehlende Bildung könne das Demenzrisiko erhöhen.
    Diese Nachricht wurde am 21.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.