Sonntag, 14. August 2022

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Der Bühnenbildner im heutigen Musiktheater
Die Kraft des Bildes

Das haben wir alle im Opernhaus schon mal erlebt: Der Vorhang geht auf und noch bevor der erste Ton erklingt, brandet Beifall auf. Für ein wunderschönes, ausdrucksstarkes oder auch spektakuläres Bühnenbild. Dem Ausstatter kribbelt es im Bauch, der Regisseur aber wird sich vielleicht fragen: "Habe ich jetzt etwas falsch gemacht?"

Von Ullrich Bohn | 07.03.2017

    Bühnenbild der Operette "Candide" am Münchener Gärtnerplatztheater
    Wichtiger Blickfang: das Bühnenbild (Deutschlandradio / Thomas Dashuber)
    In einer Zeit, die von Bildern und ihrer Aussagekraft beherrscht wird, kommt den Ausstatter/innen speziell im Musiktheater eine immer größere Bedeutung zu. Zumal sich mittlerweile wie im Bereich der Opernregie auch bühnenbildnerische Handschriften und Profile entwickelt haben und etwa Heike Scheele zumeist mit Regisseur Stefan Herheim epochale Bühnenlandschaften entstehen lässt. Auch Dieter Richters Szenerien werden von großartigen, oft sehr detaillierten Bühnenräumen geprägt. Und geradezu legendär sind die melancholisch-morbiden Bühnenbilder einer Anna Viebrock. Während Volker Thiele mit eher surrealen Bildern eine enorme atmosphärische Dichte schafft. Im Gespräch mit diesen vier Szenikern und anhand aktueller Inszenierungen verdeutlicht die Sendung in vielen Facetten den Stellenwert des Bühnenbildes in der heutigen Musiktheaterszene.