
"Die letzten Jahre hat KI als Technologie neue Milliardäre produziert neue Spitzen der Vermögensverteilung", sagte Jaff im Deutschlandfunk. "Es ist eine Zumutung für uns alle zu sehen, wie Plattformen immer mehr Macht gewinnen." Der Techsektor sei zuletzt stark gewachsen und habe an Einfluss genommen. Die Autorin mahnte: "Er bedroht die Grundstrukturen der Demokratie."
Sie kritisierte, das ein kleines Netzwerk männlicher Akteure bestimme, was für die Gesellschaft in Fragen von Innovation für sinnvoll befunden wird. Profit gehe dabei vor Moral oder Ethik. Für die Netzwerke gelte: "Es ist strategisch von Nachteil, langsamer zu arbeiten und sich damit zu beschäftigen, wie man KI positiv für die Menschheit verändern kann." Zudem suche die Branche den Schulterschluss mit einer "aktuell faschistisch agierender Regierung in den USA", sagte Jaff. Dabei würden Grundordnungen aufgelöst.
Die Plattformen hätten deshalb eine so große Macht, weil sie die öffentliche Diskussion sehr stark beeinflussen. "Sie haben das Megafon in der Hand", sagte Jaff mit Blick auf Netzwerke wie Instagram, Twitter oder Facebook. Die Techkonzerne könnten bestimmen, welche Inhalte nach vorne gebracht werden. Demokratiefeindliche Beiträge und Kampagnen hätte bessere Möglichkeiten, Reichweiten zu erlangen.
Gleichzeitig beanspruchten die Konzerne in einer Form von "Cyber-Libertarismus" ein möglichst unreguliertes Vorgehen. Mit Blick auf Deutschland kritisierte Jaff, dass es nicht gut um eine digitale Souveränität stehe. "Das haben wir in Deutschland nicht geschafft", sagte sie. Allein die Verwaltung zahle jährlich rund 500 Millionen an Big-Tech-Konzerne wie beispielsweise Microsoft. "Solange wir diese Kopplung haben, wird es schwer sich digital souverän zu nennen", sagte sie. "Wir sind Nutzer, und nicht Regelsetzer. Wer die Fachstruktur nicht kontrolliert, der kontrolliert auch keine Standards."
Diese Nachricht wurde am 20.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
