Raubgut-Verdacht
Deutsche Stiftung Musikleben zieht NS-belastete Verleih-Instrumente zurück

Die Deutsche Stiftung Musikleben hat bisher unter anderem Geigen an herausragende junge Streicherinnen und Streicher verliehen. Doch einige der Instrumente stehen künftig nicht mehr dafür zur Verfügung. Als Grund wird die belastete Herkunft von insgesamt sechs Instrumenten genannt.

    Knapp drei Dutzend junge Nachwuchsmusikerinnen und -musiker recken strahlend ihre Geigen, Bratschen und Celli in die Höhe.
    Die Deutsche Stiftung Musikleben vereint etwa durch Wettbewerbe herausragende Streicherinnen und Streicher und verleiht auch Instrumente (David Ausserhofer)
    Sie sind im Besitz der Bundes und wurden vor einigen Monaten auf ihre Herkunftsgeschichte erforscht, also ihre Provenienz. Die vier Violinen, eine Viola und ein Cello sind wahrscheinlich im Jahr 1941 vom damaligen Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda erworben worden - die genauen Umstände kennt man laut Stiftung nicht.
    Den Nachforschungen zufolge zeigen aber alle untersuchten Instrumente Provenienzlücken; in zwei Fällen ergaben sich deutliche Verdachtsmomente auf NS-Raubgut. Die Stiftung argumentiert, man wolle die Musikerinnen und Musiker, die die Instrumente als Leihgabe spielten, vor Belastungen schützen.
    Diese Nachricht wurde am 10.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.