Verteidigung
Deutschland bekommt ersten F-35 Kampfjet - Pistorius in den USA

Das US-Rüstungsunternehmen Lockheed Martin liefert heute den ersten von Deutschland bestellten Kampfjet vom Typ F-35 aus. Verteidigungsminister Pistorius nimmt das Flugzeug symbolisch in Empfang. Der SPD-Politiker sagte, für die Luftwaffe beginne damit eine neue Ära. "Der neue Kampfjet F-35 A ist das modernste Kampfflugzeug der Welt".

    Ein Lockheed Martin F-35A Lightning II der U.S. Air Force 48th Operations Group ist auf einem Freigelände als statisches Ausstellungsstück zu sehen. Im Hintergrund ist das Leitwerk eines weiteren Militärflugzeugs mit der Aufschrift Texas ANG erkennbar.
    Ein Lockheed Martin F-35A Lightning II der U.S. Air Force auf ILA Berlin 2026 (IMAGO / Ardan Fuessmann / IMAGO / Ardan Fuessmann)
    Es zeichne sich durch seine Tarn-Eigenschaften, die enge Vernetzung mit anderen Plattformen und eine besonders leistungsfähige Sensorik aus. "Die F-35A kann hohe Datenmengen sammeln und schnell zu einem vollständigen Lagebild zusammenfügen", so Pistorius. Die Zusammenarbeit mit 19 anderen Nationen eröffne viele Möglichkeiten bei Ausbildung, Übung und Einsatz "und macht uns zusammen stärker".

    Die F-35 wird für "nukleare Teilhabe" Deutschlands gekauft 

    Die Bundesregierung will 35 der Maschinen für zehn Milliarden Euro kaufen. Das Flugzeug soll die überalterte Tornado-Flotte ablösen und dann einen wichtigen Teil zur Abschreckung beitragen. Denn es wird vor allem für die sogenannte nukleare Teilhabe Deutschlands gekauft - ein Abschreckungskonzept der Nato, bei dem Verbündete Zugriff auf US-Atombomben haben. Wegen einer speziellen Form und Außenbeschichtung ist die Maschine für gegnerisches Radar nur schwer zu entdecken. 

    Alle Flugzeuge sollen bis 2029 ausgeliefert werden 

    Die Ausbildung von Piloten und Technikern in den USA hat in diesem Jahr begonnen. Zunächst gibt es technische Lehrgänge, und in den letzten drei Monaten des Jahres beginnt die fliegerische Ausbildung mit eigenen deutschen Maschinen an der Ebbing Air National Guard Base in Fort Smith im Bundesstaat Arkansas. 
    Bis zum Jahresende sollen auch die ersten sechs Maschinen ausgeliefert werden. Die ersten acht F-35 bleiben in den USA, um für die Ausbildung genutzt zu werden. 
    Die Auslieferung des letzten Luftfahrzeugs soll im Jahr 2029 erfolgen. An der Fertigung ist auch Rheinmetall beteiligt. Der deutsche Rüstungskonzern baut Rumpfmittelteile für die Flugzeuge in Deutschland.

    Militärflugplatz in der Eifel wird umgebaut

    Zum Ende des kommenden Jahres hin sollen auf dem Fliegerhorst Büchel in der Eifel die ersten Maschinen stehen. Der Militärflugplatz wird dazu für zwei Milliarden Euro umfassend umgebaut. Die Kosten liegen damit höher als zunächst angenommen.
    Die deutschen Planer haben dabei hohe technische Sicherheitsanforderungen der USA zu erfüllen. Diese werden als eine besondere Herausforderung bezeichnet. Ein Sonderverfahren soll es möglich machen, den Umbau in der Hälfte der normalerweise benötigten Zeit zu bewerkstelligen.
    Deutschland stellt damit im Bündnis Fähigkeiten zur nuklearen Abschreckung bereit, ohne selbst Atommacht zu sein. Deutschland hat völkerrechtlich wirksam auf eigene Atomwaffen verzichtet.
    Diese Nachricht wurde am 18.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.