Ökonom zur Konsumkrise
"Deutschland braucht ein echtes Konjunkturprogramm – ob das am Ende Bazooka, Wumms oder Doppelwumms heißt"

Der Ökonom Maurice Höfgen fordert einen anderen Blick auf die schwächelnde Wirtschaft in Deutschland.

    Verschiedene Euroscheine fliegen durch die Luft.
    "Meine Wahrnehmung ist: Deutschland hat sich diese handfeste Konsumkrise noch nicht vollständig eingestanden." (imago / Shotshop)
    Alle redeten über Bürokratie, Wettbewerbsfähigkeit und Strukturreformen, aber niemand über Konsum und Kaufkraft, sagte das frühere Linken-Mitglied dem Nachrichtenportal T-online. Würde man das tun, wäre schnell klar, dass ein echtes Konjunkturprogramm nötig sei, egal, ob das am Ende "Bazooka, Wumms oder Doppelwumms" heißt. Damit meine er "handfeste, milliardenschwere Entlastungen für die Verbraucher", um die Konsumkrise anzugehen. Bisher habe die Bundesregierung nur "Stückwerk" geliefert: Die Stromsteuer etwa werde nicht für Verbraucher gesenkt. Es gebe kleinere Maßnahmen wie Mütterrente, Gastrosteuer, Agrardieselrückvergütung oder ein bisschen mehr Pendlerpauschale. Zwar gebe es immerhin das. Aber damit lasse sich die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt sicherlich nicht ankurbeln. "Meine Wahrnehmung ist: Deutschland hat sich diese handfeste Konsumkrise noch nicht vollständig eingestanden."
    Laut den Nürnberger Forschungsinstituten GfK und NIM legte die Konsumlaune der Menschen in Deutschland zum Jahresanfang leicht zu. Ob es jedoch eine Trendwende gebe, sei fraglich, hieß es Mitte der Woche. Das Niveau bleibe niedrig, erklärt der NIM-Konsumexperte Rolf Bürkl. Die anhaltenden geopolitischen Spannungen sowie eine Eskalation der Handelskonflikte könnten die Stimmung schnell wieder zum Kippen bringen.
    Diese Nachricht wurde am 01.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.