Fußball-WM
Deutschland im Sechzehntelfinale ausgeschieden

Fußball-Deutschland ist geschockt: Bei der WM ist die deutsche Nationalmannschaft im Sechzehntelfinale ausgeschieden. Die DFB-Elf verlor gegen Paraguay im Elfmeterschießen mit 3:4 - nach Verlängerung hatte es 1:1 gestanden. Auch die Niederlande schieden aus.

    Die beiden deutschen Fußball-Nationalspieler Nick Woltemade und Kai Havertz stehen auf dem Spielfeld. Beide halten die Hände am Kopf und schauen enttäuscht.
    Entsetzen: Nick Woltemade (l.) und Kai Havertz nach dem Aus bei der WM. (picture alliance / Kirchner-Media / Bahho Kara)
    Im Spiel in Foxborough südwestlich von Boston fand Deutschland in der regulären Spielzeit und auch in der Verlängerung kein rechtes Mittel gegen die extrem defensiv eingestellten Paraguayer. Bei knapp über 30 Grad auf dem Rasen fehlte an Bewegung, an Tempo und an den nötigen Einzelleistungen, um Lücken in der engmaschigen Defensive des Gegners zu finden. Die fußballerisch als limitiert eingeschätzten Südamerikaner verdichteten geschickt die Räume. Selbst kamen sie kaum einmal vor den deutschen Strafraum - und trafen dann aber doch nach Unaufmerksamkeiten in der deutschen Abwehr: Julio Encisco erzielte in der 42. Minute unbehelligt von einem deutschen Abwehrspieler das Tor. Immerhin konnte Kai Havertz in der 54. Minute mit seinem dritten WM-Treffer per Kopf ausgleichen. Zu mehr reichte es allerdings in der regulären Spielzeit nicht, denn mit dem Ausgleich kam kein neuer Schwung ins Team.

    Kopfballtreffer von Tah abgepfiffen

    Dennoch versuchte es das deutsche Team in der Verlängerung weiter, und in der 102. Minute fiel vermeintlich der erlösende Siegtreffer - doch nach dem Kopfballtreffer von Jonathan Tah griff der Videoassistent ein. Nach Ansicht der Bilder entschied Schiedsrichter Jayed aus Marokko, dass dem Tor ein Foulspiel von Waldemar Anton am paraguayanischen Torwart Gill vorausging - eine sehr zweifelhafte Entscheidung.
    Die Partei ging dann ins Elfmeterschießen - und dort vergaben schließlich Kai Havertz, Nick Woltemade und Jonathan Tah. Es war die erste Niederlage in einem Elfmeterschießen in der deutschen WM-Geschichte. Paraguay trifft nun am kommenden Samstag auf den Sieger der Partie zwischen Frankreich und Schweden

    Nagelsmann: "Stehe weiter zur Verfügung"

    Die DFB-Elf hatte bei der ersten WM mit 48 Teams erstmals seit dem Titelgewinn 2014 in Brasilien wieder die Gruppenphase überstanden. Gefragt nach seiner Zukunft sagte Bundestrainer Julian Nagelsmann bei MagentaTV: "Nee, habe ich ja nicht in der eigenen Hand. Ich stehe bereit, wenn man das möchte. Und wenn man das nicht möchte, muss man mir das sagen." Die Enttäuschung sei "extrem groß", er stehe aber weiter zur Verfügung, erklärte Nagelsmann auch im ZDF.

    Auch Niederlande verpassen Achtelfinale

    Nach Deutschland schied mit den Niederlanden die nächste europäische Top-Nation bei der Fußball-WM aus. Das Oranje-Team musste sich im Sechzehntelfinale Marokko mit 2:3 (1:1, 1:1, 0:0) im Elfmeterschießen geschlagen geben. Im mexikanischen Monterrey schoss Cody Gakpo (72.) Oranje zunächst in Führung. Issa Diop (90.+1) glich für Marokko aus. Ismael Saibari verwandelte den entscheidenden Elfmeter für die Nordafrikaner.
    Marokko, das vor vier Jahren beim Turnier in Katar als erstes afrikanisches Team ein WM-Halbfinale erreicht hatte, trifft nun am Samstag in Houston im Kampf um den Viertelfinaleinzug auf Kanada.
    Diese Nachricht wurde am 30.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.