
Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur handelt es sich bei dem als Diplomat akkreditierten Botschaftsmitarbeiter um den stellvertretenden russischen Militärattaché. Die betreffende Person an der russischen Botschaft sei "mit sofortiger Wirkung zur persona non grata erklärt" worden, betonte das Auswärtige Amt. Wird ein Diplomat oder eine Diplomatin von einem Gastland zu einer solchen "unerwünschten Person" erklärt, sind sie nicht mehr willkommen. Ihre Tätigkeit vor Ort wird durch die entsprechende Benachrichtigung an den Heimatstaat beendet.
Wadephul: "Russlands aggressives Handeln hat Konsequenzen"
Bundesaußenminister Wadephul (CDU) sagte am Rande eines Besuches in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba, man habe gegenüber dem russischen Botschafter "klargemacht, dass das ein feindseliger Akt ist und dass geheimdienstliche Tätigkeiten in unserem Land völlig inakzeptabel sind – insbesondere unter dem Deckmantel der Diplomatie." Das deutsche Vorgehen zeige: "Wir beobachten sehr genau, was Russland macht, und wir gehen dagegen vor. Russlands aggressives Handeln hat Konsequenzen."
Mutmaßliche Spionin sitzt in Untersuchungshaft
Gestern war in Berlin eine Frau festgenommen worden, die der Agententätigkeit für einen russischen Geheimdienst verdächtigt wird. Wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe erklärte, setzte ein Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs den Haftbefehl gegen die Deutsch-Ukrainerin in Vollzug. Die Beschuldigte soll mit einem Geheimdienstmitarbeiter in der russischen Botschaft in Kontakt gewesen sein und ihm Informationen mit Bezug zum Krieg in der Ukraine verschafft haben.
Dabei ging es den Angaben zufolge um Erkundigungen über Standorte der Rüstungsindustrie, Drohnentests und geplante Lieferungen von Drohnen an die Ukraine. Nach Informationen des "Spiegel" betrifft die heutige Ausweisung den Kontaktmann der Verdächtigen.
Dabei ging es den Angaben zufolge um Erkundigungen über Standorte der Rüstungsindustrie, Drohnentests und geplante Lieferungen von Drohnen an die Ukraine. Nach Informationen des "Spiegel" betrifft die heutige Ausweisung den Kontaktmann der Verdächtigen.
Durchsuchungen in Brandenburg, Rheinland-Pfalz und München
Zeitgleich zur Festnahme durchsuchte die Polizei am Mittwoch Räumlichkeiten der Frau sowie von zwei weiteren Beschuldigten im rheinland-pfälzischen Landkreis Ahrweiler, im Brandenburger Havelland und in München. Die beiden Mitbeschuldigten sind laut Bundesanwaltschaft auf freiem Fuß. Weitere Angaben machte die Strafverfolgungsbehörde nicht.
Nach dpa-Informationen richtete sich der Einsatz auch gegen zwei ehemalige Angehörige der Bundeswehr. Sie stehen unter Verdacht, der mutmaßlichen Spionin dienstliche Informationen gegeben zu haben - dabei ist unklar, ob sie wussten, dass diese offenbar an den Geheimdienst gehen sollten. Dem Bundesverteidigungsministerium zufolge handelt es sich um einen ehemaligen Stabsoffizier, der kürzlich in Pension ging, und um einen Beamten des höheren Diensts, der vor mehr als 15 Jahren die Bundeswehr verließ.
Diese Nachricht wurde am 22.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
