
Auf das Meeresschutzabkommen hatten sich 2023 mehr als 160 Staaten verständigt. Bisher hat Deutschland den entsprechenden Vertrag zwar unterschrieben, für die offizielle Ratifizierung ist aber ein Gesetz nötig.
Mit dem UNO-Hochseeschutzabkommen wird erstmals weltweit die Einrichtung von Meeresschutzgebieten auf hoher See möglich. Geplant ist, dass am Ende insgesamt 30 Prozent der Hochsee unter Schutz gestellt wird. Zudem soll es Umweltprüfungen von menschlichen Aktivitäten wie zum Beispiel Fischerei im Ozean geben.
Als "hohe See" wird der Bereich der Meere bezeichnet, der außerhalb nationaler Rechtsprechung liegt und damit im Grunde niemandem gehört. Bisher gab es für die Hochsee keine einheitlichen Umweltregeln.
Schneider: "Ozeane überlebenswichtig für uns Menschen"
Bundesumweltminister Schneider betonte die Wichtigkeit einer solchen Vereinbarung für die Ozeane, die das größte Ökosystem des Planeten darstellten: "Die Ozeane sind überlebenswichtig für uns Menschen. Sie erzeugen Sauerstoff, versorgen uns mit Nahrung." Zugleich seien die Meere aber stark belastet durch Plastikmüll, Überfischung, Chemikalien und Klimawandel, erklärte der SPD-Politiker. Umso wichtiger seien deshalb Gebiete, an denen die Meeresnatur sich wieder erholen könne.
NABU: "Schutzabkommen greift zu kurz"
Kritik an dem Hochseeschutzabkommen äußert unter anderem der Naturschutzbund Deutschland. Kim Detloff, beim NABU Leiter Meeresschutz, sagte im Deutschlandfunk, es sei zwar gut, Öl- und Gasförderung durch das Abkommen aus den Gebieten herauszuhalten. Doch am Ende greife das viel zu kurz, denn dort werde trotzdem noch Rohstoffabbau betrieben, Kies und Sand werde abgebaut und Schifffahrtslinien durchquerten die Schutzgebiete. Der NABU fordere deshalb, dass die Biodiversitätsrichtlinie der Europäischen Union auch aufs Meer angewendet wird. Diese sehe nämlich vor, dass die Hälfte der Schutzgebietsfläche auch wirklich der Natur vorbehalten bliebe.
Grundsätzlich müsse zukünftig nicht mehr kleinteilig auf einzelne Bereiche geschaut werden, sondern auf das Ökosystem Meer als ganzes, betonte Detloff. Das habe man in der Vergangenheit versäumt und deshalb seien beispielsweise Nord- und Ostsee in einem schlechten Zustand.
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https://www.deutschlandfunk.de/meeresschutz-abkommen-hohe-see-vereinte-nationen-100.html
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Diese Nachricht wurde am 03.12.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
