" Deswegen hab ich hab euch einen Text mitgebracht, der heißt Mehmet, von Rafik Schami. Der Herr Back kommt auch schon, guten Morgen. Und den lesen wir jetzt mal gemeinsam: Es sollte ein gemütlicher Abend werden. Obwohl Heinz den Ablauf der Dia-Show schon x-mal geprobt hatte... "
Es ist die Geschichte von Mehmet, der der Familie seiner Freundin Ramona ausgerechnet beim Dia-Vortrag über die Türkei nicht willkommen ist. Bevor Ibadete mit dem Vorlesen beginnen kann sind fünf Minuten vergangen. Die hat Deutschlehrer Tim Kappes gebraucht, mich vorzustellen, zwei Zuspätkommer zu begrüßen, Long von ganz hinten nach ganz vorn zu bitten, Texte auszuteilen und ein gewisses Interesse für die Frage zu wecken, aus welchem Land der Autor Rafik Schami wohl sei.
Dan ist einer der fünf deutschen Muttersprachler der Klasse - jedenfalls bringt er sich als solcher hibbelig in Erinnerung. Die zwei kräftigen Jungs vorne rechts hängen geduckt über dem Tisch und wollen ihre Ruhe.
Ebe wünscht Privatkonversation mit dem Lehrer. Sascha mit der Baseballkappe mimt Halsschmerzen, und der andere Sascha fragt immer erst: welche Zeile? Tim Kappes lässt sich nicht irritieren - jeder kommt dran.
17 der 22 Schülerinnen und Schüler sind heute da. Die jüngsten 16 Jahre alt, die ältesten 20. Vier der fünf Mädchen haben türkische Eltern. Meryem trägt Kopftuch, die dunkelhäutige Joyce auch - ihrs ist freilich nach Rastaart gebunden.
" Welche Sätze, welche Wörter habt ihr nicht verstanden?"
fragt Tim Kappes - vorhin war der altmodische Begriff Dia-Projektor nicht allen klar. Hakan kennt das Wort "verdutzt" nicht. Enttäuscht, verwirrt?
" Erstaunt. Schreib das bitte auf, Hakan. Worum geht's denn nun in dieser Geschichte?"
Dan: " Da ist der Mehmet, der muss arbeiten ... "
Und weil Dan gerade so schön in Schwung ist, liefert er auch noch die Antwort auf die Frage, wie sich Ramonas Eltern verhielten: Rassistisch. Nachdem das geklärt ist, fordert Tim Kappes zur Debatte: Wie würden deine Eltern sich verhalten, wenn? Ihre, behauptet Elif, würden nichts sagen, wenn sie einen deutschen Jungen mit nach Hause brächte.
"Vielleicht danach, aber wo er da ist, würden sie nichts sagen.
Die würden mich zusammenscheißen, wieso ein Deutscher...
Die würden voll viel fragen, aber schlagen und so würden sie nicht machen.
Na ja, die würden gar nichts sagen, meine Eltern... das ist bei den Jungs anders,
Die dürfen mehr als die Mädchen, bei den Türken jetzt.
Die nächste Arbeitsaufgabe: Erzählen Sie die Geschichte weiter. "
Unruhe breitet sich aus, vor allem die Jungs schauen ratlos drein. schreiben, hm. Da werden erst einmal Zettel hervorgekramt, die Mädchen stecken die Köpfe zusammen. Auf Orthografie soll es nicht ankommen. Aufatmen. Beim Über-die-Schulter-Schauen finde ich: Es könnte schlimmer sein.
Es ist die Geschichte von Mehmet, der der Familie seiner Freundin Ramona ausgerechnet beim Dia-Vortrag über die Türkei nicht willkommen ist. Bevor Ibadete mit dem Vorlesen beginnen kann sind fünf Minuten vergangen. Die hat Deutschlehrer Tim Kappes gebraucht, mich vorzustellen, zwei Zuspätkommer zu begrüßen, Long von ganz hinten nach ganz vorn zu bitten, Texte auszuteilen und ein gewisses Interesse für die Frage zu wecken, aus welchem Land der Autor Rafik Schami wohl sei.
Dan ist einer der fünf deutschen Muttersprachler der Klasse - jedenfalls bringt er sich als solcher hibbelig in Erinnerung. Die zwei kräftigen Jungs vorne rechts hängen geduckt über dem Tisch und wollen ihre Ruhe.
Ebe wünscht Privatkonversation mit dem Lehrer. Sascha mit der Baseballkappe mimt Halsschmerzen, und der andere Sascha fragt immer erst: welche Zeile? Tim Kappes lässt sich nicht irritieren - jeder kommt dran.
17 der 22 Schülerinnen und Schüler sind heute da. Die jüngsten 16 Jahre alt, die ältesten 20. Vier der fünf Mädchen haben türkische Eltern. Meryem trägt Kopftuch, die dunkelhäutige Joyce auch - ihrs ist freilich nach Rastaart gebunden.
" Welche Sätze, welche Wörter habt ihr nicht verstanden?"
fragt Tim Kappes - vorhin war der altmodische Begriff Dia-Projektor nicht allen klar. Hakan kennt das Wort "verdutzt" nicht. Enttäuscht, verwirrt?
" Erstaunt. Schreib das bitte auf, Hakan. Worum geht's denn nun in dieser Geschichte?"
Dan: " Da ist der Mehmet, der muss arbeiten ... "
Und weil Dan gerade so schön in Schwung ist, liefert er auch noch die Antwort auf die Frage, wie sich Ramonas Eltern verhielten: Rassistisch. Nachdem das geklärt ist, fordert Tim Kappes zur Debatte: Wie würden deine Eltern sich verhalten, wenn? Ihre, behauptet Elif, würden nichts sagen, wenn sie einen deutschen Jungen mit nach Hause brächte.
"Vielleicht danach, aber wo er da ist, würden sie nichts sagen.
Die würden mich zusammenscheißen, wieso ein Deutscher...
Die würden voll viel fragen, aber schlagen und so würden sie nicht machen.
Na ja, die würden gar nichts sagen, meine Eltern... das ist bei den Jungs anders,
Die dürfen mehr als die Mädchen, bei den Türken jetzt.
Die nächste Arbeitsaufgabe: Erzählen Sie die Geschichte weiter. "
Unruhe breitet sich aus, vor allem die Jungs schauen ratlos drein. schreiben, hm. Da werden erst einmal Zettel hervorgekramt, die Mädchen stecken die Köpfe zusammen. Auf Orthografie soll es nicht ankommen. Aufatmen. Beim Über-die-Schulter-Schauen finde ich: Es könnte schlimmer sein.