
Die japanische Zeitung ASAHI SHIMBUN folgert: "Das Ende Januar abgeschlossene Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien hat bei der US-Regierung offenbar für Eile gesorgt. Der gigantische Deal von Brüssel mit Neu-Delhi machte Washington wohl Angst, dass die Europäische Union den Zugang zum Markt Indiens mit über 1,4 Milliarden Einwohnern und steigender Kaufkraft wegnehmen könnte. Allerdings stehen bei solch einer Einigung, die von Trump zwar erst einmal mit Stolz verkündet wird, die Details meistens noch nicht fest. Indien betreibt traditionell gerissene Außenpolitik und unterhält Partnerschaften mit allen Akteuren, um eigene Interessen zu wahren", vermerkt die Zeitung ASAHI SHIMBUN aus Tokio.
Das Handelsabkommen zwischen den USA und Indien beschäftigt auch die russische Zeitung NESAWISSIMAJA GASETA: "Trump zufolge verpflichtete sich Indiens Premierminister Modi, deutlich mehr amerikanische Produkte zu kaufen, zusätzlich zu den bereits zugesagten 500 Milliarden US-Dollar für Energieprodukte wie Kohle aus den USA. Doch ist die Vereinbarung nun so exklusiv? Die USA haben auch mit anderen wichtigen asiatischen Handelspartnern – Japan und Südkorea – bereits Abkommen geschlossen, die Zusagen für Investitionen in die amerikanische Industrie in Höhe von Hunderten Milliarden Dollar beinhalteten. Im Grunde stellt die nun geschlossene Vereinbarung Indien in etwa auf eine Stufe mit anderen asiatischen Partnern", erinnert die Zeitung NESAWISSIMAJA GASETA aus Moskau.
In der chinesischen Tageszeitung JIEFANG RIBAO heißt es: "Es ist bezeichnend, dass der indische Premierminister auf die Erklärung von US-Präsident Trump, wonach Indien fortan kein Erdöl mehr aus Russland beziehen werde, mit keinem Wort eingegangen ist. Insofern ist diese vollmundige Ankündigung mit Vorsicht zu genießen. Würde Indien dem Druck Trumps tatsächlich nachgeben und die russischen Ölimporte einstellen, wo bliebe dann das Ansehen und die außenpolitische Autonomie des Landes? Hinzu kommt, dass das russische Erdöl auf dem Weltmarkt unschlagbar günstig ist. Die Kapazitäten Venezuelas würden außerdem gar nicht ausreichen, um in die Bresche zu springen. Es ist daher zu erwarten, dass Indien seine Einfuhren aus Russland lediglich als symbolische Geste ein wenig herunterfahren wird", notiert die Zeitung JIEFANG RIBAO aus Schanghai.
Die portugiesische Zeitung DIARIO DE NOTICIAS: "Die Rückkehr zur Normalität ist eine gute Nachricht für die USA, vor allem aber für die Inder. Obwohl Indien vor Kurzem ein Handelsabkommen mit der EU abgeschlossen hat, kann dieses nicht den US-Markt ersetzen, und Indien braucht die USA für seinen weiteren Aufstieg im Kreise der größten Volkswirtschaften der Welt. Bei den Beziehungen zwischen den USA und Indien geht es auch um Geopolitik. Der Kampf um die globale Vorherrschaft wird vor allem im Indopazifik ausgefochten werden, und die USA müssen darüber nachdenken, wie sie den Vormarsch Chinas in der Region stoppen können. Und auch Indien wird sicherstellen wollen, dass der Indische Ozean nicht zu einem chinesischen Meer wird", analysiert die Zeitung DIARIO DE NOTICIAS aus Lissabon.
Zu den Verhandlungen in Abu Dhabi über ein Ende des russischen Kriegs gegen die Ukraine heißt es in der belgischen Zeitung DE TIJD: "Die Gespräche werden von den russischen Luftangriffen zu Beginn dieser Woche überschattet. Durch die Instrumentalisierung der Winterkälte als Waffe versucht Russland, die ukrainische Gesellschaft zu demoralisieren. Trump gab am vergangenen Donnerstag bekannt, dass er mit Putin eine einwöchige Kampfpause vereinbart habe. Doch während diese eine Woche noch nicht mal vorbei ist, sind die Verstöße dagegen bereits zahlreich", bemerkt DE TIJD aus Brüssel.
Die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG aus der Schweiz nimmt die Europäer in die Pflicht: "Warum haben sie nicht längst die russische Schattenflotte gestoppt oder zumindest gebremst – jene mehr als hundert rostigen, unter exotischen Flaggen fahrenden Tanker, die den Großteil der russischen Erdölexporte übernehmen und damit Putins Krieg finanzieren? Bisher sind Tanker der Schattenflotte erst in wenigen Fällen gestoppt worden, letztmals im Januar durch Frankreich im Mittelmeer. Solche Aktionen sollten jedoch systematisch erfolgen, bis sie das russische Erdölgeschäft zerstören", empfiehlt die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG.
Der Film "Melania" über Amerikas First Lady, der von Jeff Bezos' Unternehmen Amazon herausgebracht wurde, ist Thema in der australischen Zeitung SYDNEY MORNING HERALD: "Die gerade erschienene Dokumentation über die US-amerikanische First Lady Melania Trump mag zwar nicht den Ansprüchen filmischer Kunst genügen, doch für ihren Geldgeber Jeff Bezos stellt sie den Gipfel der Trump-Schmeichelei dar. In der langen Reihe von Tech-Bros, die versucht haben, sich beim US-Präsidenten anzubiedern, hat Bezos mit der Verewigung der First Lady auf Leinwand eine besonders wirkungsvolle Formel gefunden. Für Bezos' Amazon wird sich die Investition nicht über die Kinokassen auszahlen. Doch das Wohlwollen und der Schutz des Präsidenten können von unschätzbarem Wert sein", unterstreicht der SYDNEY MORNING HERALD.
Die ungarische Tageszeitung NEPSZAVA kritisiert: "Derweil stellte sich heraus, dass zusätzliche Promotion nötig wurde, um einen Flop wegen schwachen Publikumszuspruchs zu verhindern, sodass Bezos den Wunschtraum der Hausherrin des Weißen Hauses mit weiteren 35 Millionen US-Dollar sponserte. Trump selbst bewarb das entstandene Opus als 'sehr wichtigen Film', der Einblick in das Leben im Weißen Haus gebe. Machtmissbrauch? Ethische Bedenken wegen möglicher Interessenkonflikte? Derartige Fragen stellen sich beim US-Präsidenten erst gar nicht", heißt es in NEPSZAVA aus Budapest.
Neben dem britischen Ex-Prinzen Andrew sollen auch andere Mitglieder europäischer Königshäuser Kontakte zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein gehabt haben. Die türkische Zeitung HÜRRIYET aus Istanbul. "Es wirkt, als hätte Epstein ein besonderes Interesse an allen europäischen Monarchien gehabt. Die Korrespondenz der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit mit Epstein ist ebenso peinlich wie die von Andrew. Mette-Marit steht auch wegen ihres Sohnes unter Druck, der sich wegen Vergewaltigung vor Gericht verantworten muss. In den Epstein-Dokumenten werden auch die Königshäuser von Schweden und Dänemark erwähnt. Dies könnte den königlichen Familien in Europa einen irreparablen Schaden zufügen", kommentiert die Zeitung HÜRRIYET aus Istanbul.
Die norwegische Zeitung DAGBLADET hält fest: "Der Fall Epstein stellt nicht nur das norwegische Königshaus auf den Kopf, sondern auch das gesamte Land. Nur eine relativ kleine Minderheit der Norweger wünscht eine Abschaffung der Monarchie. Aber für Mette-Marit sieht es weniger gut aus. Das Königshaus muss jetzt liefern - und zwar nicht nur die Kronprinzessin, sondern auch der Kronprinz und der König selbst. Es braucht resolute Beschlüsse kombiniert mit vollständiger Offenheit. Mette-Marit sollte die Zeit nutzen und darüber nachdenken, wie das in der Praxis aussehen könnte", empfiehlt die Zeitung DAGBLADET aus Oslo.
Die finnische Zeitung ILTA-SANOMAT: "Die Norweger treibt jetzt die Frage um, ob Mette-Marit noch Königin werden kann. Und wie sieht es in Zukunft mit der norwegischen Monarchie aus? König Harald und Königin Sonja genießen große Popularität und sind das Rückgrat des Königshauses, aber Harald ist mit fast 89 Jahren Europas ältester Monarch. Ein Generationenwechsel steht unausweichlich bevor, und es bleibt abzuwarten, ob Haakon nach seiner Thronbesteigung die Autorität und Beliebtheit der Monarchie erhalten kann."
