
Die britische TIMES befasst sich mit den Drohungen der US-Regierung gegenüber dem Iran: "Das Dilemma für die Amerikaner besteht darin, dass sie nicht wissen, wie und wann sie ihre gewaltige Militärmacht in der Region einsetzen könnten. Denn sie wollen nicht nur die iranischen Raketen zerstören, sondern auch den Sturz des Regimes beschleunigen, ohne dabei ein Blutbad anzurichten. Um erfolgreich zu sein, müsste ein Angriff schnell, präzise und unvorhersehbar sein. Vor allem müsste er der leidenden Bevölkerung des Iran helfen", erklärt THE TIMES aus London.
Die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG warnt vor unüberlegten Militärschlägen: "Im Idealfall mündet der Sturz eines Despoten in eine Übergangsphase, die zu Wahlen und einem demokratischen System führt. Das Problem ist nur: Dieser Idealfall ist sehr selten. Der Westen, allen voran die USA, sollte also damit rechnen, dass ein möglicher Militärschlag mit dem Ziel, den iranischen Revolutionsführer Chamenei zu stürzen, schlimme Folgen für die Bevölkerung haben könnte – auch wenn viele Iraner angesichts ihrer desaströsen Situation auf eine Intervention der Amerikaner hoffen. Erfolgversprechender wäre es, nicht den Diktator, sondern noch einmal die iranischen Atomanlagen ins Visier zu nehmen", glaubt die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG.
Die iranische Zeitung SAZANDEGI äußert sich zu den Gesprächen zwischen Teheran und Washington im Oman: "Es ist eine Tatsache, dass die iranische Wirtschaft ohne die Aufhebung der Sanktionen keine Chance auf Erholung hat und dass auch China und Russland – entgegen mancher Vorstellungen – diese Lücke nicht füllen können. Letztlich ist das Wichtigste nun die Bereitschaft der Entscheidungsträger, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und in eine neue Phase einzutreten. Wenn es zu Verhandlungen kommen sollte, müssen sie mit einem Verständnis der heutigen Realitäten geführt werden – nicht mit den Illusionen von gestern", verlangt SAZANDEGI aus Teheran.
Thema in der mexikanischen Zeitung LA RAZON sind die neuen Enthüllungen im Fall Epstein: "Zahlreiche Politiker, Unternehmer, Berühmtheiten und sogar Prinzessinnen sind in den Skandal verwickelt, von denen mehrere den Kontakt zu dem Sexualstraftäter auch nach seiner ersten Verurteilung 2008 aufrechterhielten. Jeffrey Epstein und die Mitglieder seines Clubs agierten, als seien sie allmächtig und über Recht und Gesetz erhaben. Frauen und minderjährige Mädchen wurden behandelt wie Objekte, die man kaufte, benutzte und wegwarf, ohne irgendwelche Konsequenzen befürchten zu müssen. Es muss eine Art Sucht nach Macht und Einfluss, Lust an Zerstörung und Gier gewesen sein, die Epstein antrieb und mit der er seinen Club koordinierte", vermutet LA RAZON aus Mexiko-Stadt.
Die norwegische Zeitung DAGBLADET kommentiert: "Nachdem die letzten drei Millionen Epstein-Dokumente freigegeben wurden, bekommt man fast den Eindruck, als seien ein paar Norweger die interessantesten Kontakte des notorischen Sexualstraftäters. Obwohl Donald Trump und damit der Präsident der USA mehrere tausend Mal erwähnt wird und sein halbes Kabinett die berüchtigte Karibik-Insel besucht hat, deutet wenig darauf hin, dass die US-Behörden auch nur einen Finger rühren werden, um gegen die Mächtigen aus Epsteins Umfeld zu ermitteln. Dagegen nimmt das kleine Norwegen eine überraschend große Rolle in dem Skandal ein - nicht zuletzt aus dem Grund, dass eine echte Kronprinzessin darin verwickelt ist." Das war DAGBLADET aus Oslo.
Angesichts der neuen Erkenntnisse über die Beziehungen des früheren britischen Diplomaten Mandelson zu Epstein findet der GUARDIAN aus London drastische Worte: "Der Geruch des Todes liegt in der Luft von Westminster. Peter Mandelson, der König der Ratten der Labour-Partei, hat erneut seinen schwefeligen Geruch der Niedertracht über den Palast verbreitet, und diese Kontamination könnte einen anständigen, wohlmeinenden Labour-Führer mit ihm in den Abgrund reißen. Das Tragische daran ist, dass nichts an Keir Starmer – weder sein Lebensziel, noch seine Einstellungen, Vorlieben, Moralvorstellungen oder Werte – der korrupten Welt Mandelsons ähnelt. Das Ende für Starmer ist nah: Das signalisierte die unverhohlene Empörung aus den eigenen Reihen seiner Labour-Partei", ist der britische GUARDIAN sicher.
Die polnische GAZETA WYBORCZA notiert zur Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele in Italien: "Es liegt ein Zauber in der Luft, der selbst dem erfahrensten Korrespondenten Tränen in die Augen treibt, wenn er die fünf goldenen Olympischen Ringe über San Siro sieht – hier symbolisieren sie weniger die fünf Kontinente als vielmehr die verschiedenen Austragungsorte der Hauptwettbewerbe. Die Zeremonie war traditionell, sie war unbestritten wunderschön. Die Italiener haben nicht den Ehrgeiz, zu schockieren oder zu verblüffen, wie die Franzosen mit ihrem 'Abendmahl' bei der Eröffnung der Sommerspiele in Paris. Die Italiener wollen, dass es wunderschön ist. Sie wollen, dass Mariah Carey mit ihrer Sirenenstimme 'Volare' singt, in einem Kleid der Schneekönigin. Schönheit ist italienisch und muss bis zum Äußersten perfekt sein, bis an die Grenze zum Kitsch", unterstreicht die GAZETA WYBORCZA aus Warschau.
Die chinesische Zeitung XINMIN WANBAO schreibt: "Als Gastgeberland der letzten Winterspiele vor vier Jahren hat China den Staffelstab nun an Italien weitergegeben. Die Olympische Eröffnungsfeier ist längst eine Bühne für das austragende Land geworden, um der Welt die eigene Kultur zu präsentieren. Von Peking nach Mailand und Cortina, vom Gelben Fluss zur Apenninenhalbinsel, von chinesischer und ostasiatischer Ästhetik und Weisheit zu italienischer und europäischer Renaissance und Kreativität, die Feiern zeigen die Vielfältigkeit der Welt und bringen Zivilisationen in Dialoge. Das olympische Feuer leuchtet nicht nur über den Stadien, es soll auch den Sinn für Völkerverständigung in uns wecken", glaubt XINMIN WANBAO aus Schanghai.
Der CORRIERE DELLA SERA aus Mailand erinnert an die Winterspiele von 1956: "Vor 70 Jahren war die schlichte Zeremonie von Cortina ein Wendepunkt, eine wertvolle Visitenkarte: Zum ersten Mal präsentierte sich Italien als ein Land, das in der Lage war, wenige Jahre nach dem Ende eines verlorenen Krieges eine internationale Veranstaltung zu organisieren, um seine verlorene Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen. Heute ist Milano/Cortina unsere Geschichte, um der Welt zu sagen, dass Italien mit großem Stolz weiterhin im Mittelpunkt der internationalen Gemeinschaft stehen will."
Nach Ansicht der türkischen Zeitung HÜRRIYET herrscht bei den Spielen Kalter Krieg: "Die politischen Spannungen im Vorfeld der Wettkämpfe waren enorm. Die Italiener nannten den Hospitality-Bereich im Olympischen Dorf 'Ice House'. Der Name wurde wegen der US-Einwanderungsbehörde in 'Winter House' geändert. Das italienische Außenministerium gab bekannt, dass die Olympischen Winterspiele Ziel eines Cyberangriffs aus Russland waren. Russische Sportler nehmen an den Olympischen Spielen unter neutraler Flagge teil. Bei den Olympischen Spielen gibt es kein Russland, dafür aber Israel, was viele Zuschauer ärgert. Damit nicht genug: Die USA und Dänemark, die sich um Grönland streiten, werden sich am 14. Februar in einem Eishockeyspiel gegenüberstehen. Kurzum, uns erwartet eine Winterolympiade wie eine politische Arena", erläutert HÜRRIYET aus Istanbul.
Die japanische Zeitung ASAHI SHIMBUN aus Tokio führt aus: "Diese Spiele finden in einer Weltlage statt, wo sich die Spannungen und das Chaos verschärfen. Weder der russische Invasionskrieg in der Ukraine noch der Gaza-Konflikt ist beendet. In Pessimismus zu versinken, wäre aber zu einfach. Das kann man auch als eine Chance betrachten, auf die Ursprünge der Olympischen Bewegung zurückzublicken. Die Olympische Charta hat die Bedeutung von Freundschaft, Solidarität, Fairplay und Völkerverständigung bewusst hervorgehoben."
